Energieproduktion und Naturschutz im Einklang

  • Corinna von Kürthy
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Immer mehr Menschen sind sich bewusst, welche Auswirkungen der Klimawandel und die Atomenergie auf ihr Leben haben. Gleichzeitig mit diesem Bewusstsein wächst die Nachfrage nach erneuerbaren Energien.

Der Alpenraum ist ein einzigartiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Pro hundert Quadratkilometer finden sich 2‘000 bis 3‘000 Pflanzenarten – doppelt so viele wie im mitteleuropäischen Flachland. Der Alpenraum besitzt aber auch gute Voraussetzungen für die Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen. Der wirtschaftliche Gewinn aus der Produktion erneuerbarer Energien lässt sich mit Zahlen messen. Nicht aber die Auswirkungen der Nutzung natürlicher Ressourcen auf die Ökologie und die Gesellschaft. Dieses Ungleichgewicht führt zu Interessenskonflikten zwischen NaturschützerInnen und Energieerzeugern und führt ausserdem zu der Frage, wie man dem Ruf nach erneuerbaren Energien folgen kann, ohne gleichzeitig der Natur Schaden zuzufügen?

Dieser Frage gehen nun 15 Partner aus sechs Alpenstaaten im soeben gestarteten Projekt „recharge.green – balancing Alpine energy and nature“ nach, welches von Oktober 2012 bis Juni 2015 läuft. In der Überzeugung, dass für eine hohe Lebensqualität in den Alpen sowohl Biodiversität als auch die Produktion erneuerbarer Energien wichtig sind, haben sich Partner aus unterschiedlichen Sektoren zusammengetan. Das Projektteam vereint ExpertInnen in Landschaftsplanung, Forstwirtschaft, Energieerzeugung, Forschung, Naturschutz und Kommunikation aus allen Alpenländern. Gemeinsam entwickeln sie Modelle, Strategien und Werkzeuge als Entscheidungsgrundlage für PolitikerInnen und Energieerzeuger. Diese werden in vier Pilotgebieten in Vorarlberg (A), Bayern (D), Piemont (I)und Slowenien getestet. PolitikerInnen und Energieerzeuger sollen in Zukunft beim Abwägen von Nutzen und Kosten der erneuerbaren Energieproduktion auf diese Modelle zurückgreifen können.

Bild: Gunnar Ries [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

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Recharge.green

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