Energie- und Klimapolitik im Auge behalten

  • Redaktion Naturschutz
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Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz steht den Plänen des Bundesrats für einen Strassenfinanzierungsfonds skeptisch gegenüber. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass der Bundesrat in Analogie zum geplanten Bahninfrastrukturfonds (BIF) auch einen Strasseninfrastrukturfonds einrichtet. Wenn dadurch die Finanzflüsse vereinfacht werden, ist dies zu begrüssen. Auch müssen der Substanzerhalt und der Unterhalt der Nationalstrassen gewährleistet sein. Aus Sicherheitsgründen, aber auch, weil Unterhaltsarbeiten, welche zu lange hinausgeschoben werden, Folgekosten generieren.

Der VCS befürchtet indes, dass der geplante Fonds zum Auslöser für eine neue Strassenbau-Offensive wird. Dies ist dann der Fall, wenn der Strasse auf diesem Weg wesentlich mehr Gelder als heute zugesprochen werden. Der VCS ist der festen Überzeugung, dass das prognostizierte Verkehrswachstum von der Bahn bewältigt werden muss und kann. Er lehnt deshalb Kapazitätssteigerungen im Autobahnnetz entschieden ab.

Unbedingt notwendig ist ausserdem ein unabhängiges Netzaudit von dritter Seite, wie es das Bundesamt für Verkehr im Jahr 2010 für die Schiene präsentiert hat. Nur so ist es möglich, die künftigen Kosten für die Strasse und damit den Finanzbedarf richtig einzuschätzen. Keinesfalls aber sollte das Bundesamt für Strassen oder das Departement als Baumeisterin die Kosten selber überprüfen.

Energie- und Klimapolitik im Auge behalten
Die Verkehrspolitik darf nicht den Zielen der Energiestrategie 2050 und der Klimapolitik zuwider laufen. Der Energieverbrauch und der CO2-Ausstoss des Verkehrs müssen unbedingt verringert werden. Heute benötigen die Schweizerinnen und Schweizer mehr als einen Drittel der Energie, die sie konsumieren, für den Verkehr. Drei Viertel davon entfallen auf den Strassenverkehr, ein Fünftel auf den Flugverkehr und lediglich vier Prozent auf die Bahn.

Weil der Strassenverkehr grosse Mengen fossiler Energien verschlingt, trägt er auch in entscheidendem Mass zur Klimaerwärmung bei. Fast 40 Prozent der Schweizer CO2-Emissionen stammen aus dem Verkehr. Soll der Verkehr seinen Beitrag zu einer zukunftsgerichteten Energie- und Klimapolitik leisten, muss ein grösserer Anteil von Menschen und Gütern mit der Bahn transportiert werden als heute.

Bild: Roland zh [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

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Verkehrs-Club der Schweiz

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