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Hochrhein und Rheinfall müssen natürlich bleiben

  • Eliane Küpfer
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In den letzten 100 Jahren entstanden am Hochrhein elf Grosswasser- Kraftwerke.

Von 145 Kilometern zwischen Stein am Rhein und Basel sind noch knapp 30 Kilometer frei fliessend, schreibt Aqua Viva. Eine Staustufe nach der anderen verwandelte den einst stolzen Fluss zu einer Abfolge von Seen mit schlammigem Grund. Die Wasser- kraftnutzung unterbindet den natürlichen Transport von Kies und Sand. Das Spiel zwischen Erosion und Auflandung findet nicht mehr statt. Strömungsliebende Fischarten wie die Nase oder die Äsche und zahlreiche andere Wassertiere sind bedroht oder sterben aus. Die einzigartige Stromlandschaft wurde über weiter Strecken zur verstromten Landschaft, und der Austausch zwischen Fluss- und Grundwasser ist gestört.

Nun sollen auch die letzten noch frei fliessenden Hochrheinstrecken preisgegeben werden. Die nach den Sommerferien anstehende Revision des kantonalen Wasserwirtschaftsgesetzes in Schaffhausen ermöglichen einen Höherstau beim Kraftwerk Schaffhausen sowie ein neues Wasserkraftwerk am Rheinfall. Davon betroffen sind unter anderem zwei Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) und ein Flachmoor von nationaler Bedeutung (Schaaren). Mit dem Höherstau und den Plänen, die Flusssohlen auszubaggern, drohen nicht wieder gut zu machende Eingriffe in hochsensible Lebensräume und Landschaften von nationaler Bedeutung.

Aqua Viva fordert die Länder und Kantone auf, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um die letzten Juwelen am Hochrhein ungeschmälert zu erhalten. So wie es die Wasserrahmenrichtlinien der EU, das internationale Abkommen zum Schutz des Rheins und das Schweizer Wasserrechtsgesetz vorschreiben. Bei der Wasserkraftproduktion ist eine Effizienz- steigerung von bestehenden Werken anzustreben, ohne neue ökologische Schäden an den Gewässern. So könnte mit einer leicht erhöhten Ausbauwassermenge am bestehenden Rheinfallkraftwerk Neuhausen oder der permanenten Nutzung des Wehrüberfalls beim Kraftwerk Schaffhausen die Stromproduktion im Kanton konfliktfrei erhöht werden.

Bild: CrazyD, [Creative Commons], via Wikimedia Commons

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