© Harald Deischinger, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
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Der Klimawandel beeinflusst unsere Wälder

  • Cécile Villiger
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Der Klimawandel ist Fakt. Rund zwei Grad Celsius ist es wärmer als noch vor hundert Jahren. Die Auswirkungen in der Umwelt sind gut in unseren Wälder sichtbar, wie Pro Natura berichtet.

Seit den 1990er Jahre wird das Wallis von einem Waldföhrensterben heimgesucht, vom Talboden bis auf 1500 Meter Höhe. An ihrer Stelle wachsen vermehrt wärmeliebende Flaumeichen, laut der Forschungsanstalt für Wald Schnee und Landschaft (WSL) eine Folge des Klimawandels. Im Mittelland hingegen werden die Wälder immer lichter. Borkenkäfer und Läuse machen den Fichten zu schaffen, die Förster müssen die Bäume fällen. Ferner wachsen auf der Alpensüdseite immer mehr exotische Baumarten, wie der Götterbaum und verdrängen die heimischen.

Die Temperaturen steigen seit den 1980er Jahre. Fast zwei Grad ist die durchschnittliche Temperatur in der Schweiz im Schnitt höher als noch vor 100 Jahren. Kein Wunder war auch der Monat September überdurchschnittlich warm, der drittwärmste seit Messbeginn 1864, meldet MeteoSchweiz. Im globalen Vergleich steigen die Temperaturen in der Schweiz schneller als im weltweiten Durchschnitt. Der Temperaturanstieg hängt stark mit den Treibhausgasemissionen zusammen. Bei einem optimistischen Szenario wird die Temperatur bis Ende 21. Jahrhundert um ein halbes Grad ansteigen, bei einem pessimistischen um über sechs Grad im Sommer.

Des Weiteren setzen den Wälder vermehrte sommerliche Trockenperioden zu. Zukunftsmodelle sagen weitere Abnahmen von Niederschlägen im Sommer bis Ende dieses Jahrhundert voraus. Dagegen soll es im Winter vor allem südlich der Alpen vermehrt regnen. Extremwetterereignisse wie Waldbrände, Überschwemmungen und Dürreperioden werden zunehmen und unsere Wälder formen.

Wie im Detail die Zukunft unserer Wälder ausschaut ist unsicher. Auf jeden Fall spielt die Anpassungsfähigkeit der einzelnen Baumarten eine wichtige Rolle. Klimamodelle von ProNatura rechnen mit einer Verschiebung verschiedener Baumarten in höhere Lagen. Bäume im Mittelland und im Jura werden weniger schnell wachsen wegen einer verminderten Wasserverfügbarkeit im Sommer. Schädlinge profitieren vom Temperaturanstieg und werden vermehrt Bäume befallen.

Viele verschiedene Faktoren tragen zum Ökosystem Wald bei und können nicht alle in Zukunftsmodelle einbezogen werden. Es gibt noch Spielraum wie schnell der Klimawandel voranschreiten wird und die Ursachen sind von uns beeinflussbar.

Weitere Informationen zum Einfluss des Klimawandels auf unsere Wälder und Details zu den Auswirkungen auf einzelne Baumarten finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Pro Natura-Magazins.

Aga - Trigon Film

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