Erde, Planet, Erde, Globus

Eine Welt ist nicht genug

  • Nora Kieselbach
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Laut WWF Deutschland hat die Menschheit die natürlichen Ressourcen des gesamten Jahres 2012 bereits in weniger als neun Monaten aufgebraucht. Das zumindest geht aus neuen Berechnungen zum Ökologischen Fussabdruck des Global Footprint Networks hervor.

Besonders bedenklich: die begrenzten Ressourcen werden durch den weiter wachsenden Konsum und die steigende Weltbevölkerung immer schneller verbraucht. Damit rückt der sogenannte „Welterschöpfungstag“, also der Tag, an dem die Menschheit die natürlichen Ressourcen wie Holz, landwirtschaftliche Früchte, Fische und das Potenzial der CO2-Speicherung in der Biosphäre des gesamten laufenden Jahres verbraucht haben, im Kalender kontinuierlich weiter nach vorne. Dieses Jahr war es bereits am 22. August soweit; 2011 noch am 27. September, 2002 am 3. Oktober und 1992 am 21. Oktober.

Bereits heute sind die Folgen katastrophal: Artensterben, Klimawandel, Wassermangel und der Kollaps der Fischbestände zeigen deutlich, dass der Planet aus den Fugen geraten ist. Derzeit beansprucht die Menschheit bereits so viele Ressourcen, dass eineinhalb Erden notwendig wären, um diese nachhaltig bereitzustellen.

Ein ähnlich düsteres Szenarios zeichnet der aktuelle Living Planet Report 2012 des WWF: demnach verdrängt der Mensch in immer stärkerem Masse Pflanzen und Tiere. Ausgewählte Tierarten gingen seit 1970 im Schnitt um 30 Prozent zurück; in tropischen Regionen beträgt der Rückgang sogar durchschnittlich 60 Prozent.

Für den WWF sind vor allem die reichen Länder für die Ausbeutung der Erde verantwortlich. Bittere Ironie: am stärksten leiden ärmere Länder unter den Folgen der Ressourcen-Übernutzung, welche jedoch am wenigsten dafür können.

Um diese verheerende Entwicklung zu stoppen fordert der WWF, den Anteil nachhaltiger erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2030 global auf mindestens 40 Prozent zu steigern. Zudem notwendig sind ein besserer Schutz der Ökosysteme, ein Stopp der Waldvernichtung, eine umweltfreundlichere Produktionsweise und veränderte Konsumgewohnheiten. Bis 2050 müssten die Treibhausgasemissionen im Minimum 80 Prozent reduziert werden, um den Klimawandel zu begrenzen.

Weitere Informationen

Living Planet Report 2012

Global Footprint Networks
WWF Deutschland

Bild: NASA/ GSFC/ NOAA/ USGS [Public domain] via Wikimedia Commons

1 Kommentar

  • Corinna Krohn

    Sehr traurig, dass wir für die nachfolgenden Generationen diesen Planeten nicht erhalten können, wenn wir so weitermachen.

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