© michael neukirchen [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Eine saubere Werbung mit Dreck am Stecken

  • Judith Schärer
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Mit „sauberen Dieselaustos“ wollte VW in den USA Kunden gewinnen und warb dementsprechend mit den „Clean Diesel“-Fahrzeugen. Offenbar waren diese jedoch nicht clean genug, weshalb VW mit manipulierten Abgastests dem Erfolg auf die Sprünge helfen wollte. Nachdem nun VW die Vorwürfe eingeräumt hat, droht dem Image des Konzerns ein irreparabler Schaden.

Was auf dem Papier und im Testzyklus nach sauberen Autos aussieht, entpuppt sich in der Realität als Dreckschleuder. Der Verbrauch sei um 30% niedriger als für vergleichbare Benzinautos, liest man in einer Mitteilung aus dem Jahr 2014. Der saubere Ruf ist nun jedoch dahin. Die amerikanische Umweltbehörde Environment Protectional Agency (EPA) hat den Volkswagen-Konzern überführt, bei Diesel-Fahrzeugen das Abgasverhalten zu manipulieren. Der Behörde zufolge stossen die betroffenen VW-Fahrzeuge im Ergebnis grössere Mengen an Schadstoffen aus als erlaubt. Wie «Spiegel.de» berichtet, gab ein Konzernsprecher die Manipulation zu: «Wir haben das gegenüber der Behörde eingeräumt. Der Sachverhalt trifft zu. Wir arbeiten aktiv mit der Behörde zusammen.» Er persönlich bedauere zutiefst, dass VW das Vertrauen von Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht habe, sagte VW-Chef Martin Winterkorn in einer Erklärung. Volkswagen droht in den USA nun wegen der Verstösse gegen die Umweltschutzauflagen eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass nebst Volkswagen auch andere Konzerne die Abgaswerte manipulieren, vermutet der VCS (Verkehrsclub der Schweiz). Die Organisation Transport & Environment (T&E) in Brüssel berichtet, dass neue Dieselautos verschiedener Marken im Strassenverkehr durchschnittlich fünf Mal mehr Schadstoffe ausstossen als im Zulassungstest.

Damit unsere Atemluft gesunden kann, verlangt der VCS dass die Bestimmungen der EU massiv verschärft werden. Hersteller sind zu verpflichten, die Schadstoffgrenzwerte dauernd und in jedem Fahrzustand einzuhalten. Der VCS fordert zudem für die Schweiz die Einführung einer konsequenten Feldüberwachung, welche über den realen Schadstoffausstoss des Strassenverkehrs informiert. Bevölkerung und Konsumenten haben ein Anrecht zu wissen, wie sauber oder dreckig Autos wirklich sind!

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