Pueraria

Eine erstaunliche Bohnenpflanze

  • Corinna von Kürthy
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Pueraria, auch Kudzu genannt, gehört gemäss IUCN (International Union for Conservation of Nature) weltweit zu den 100 aggressivsten invasiven Neophyten. Laut einem Bericht der Forschungsanstalt Agroscope kann Pueraria in wenigen Jahren unter günstigen Be- dingungen eine existierende Vegetation komplett überdecken und zerstören. Der schier unglaubliche Tageszuwachs von 27 cm Länge dieser Leguminosenart ist wohl das Auffälligste an dieser Pflanze. Aufgrund dieses Wachstumspotenzials wurde die Pflanze in den Vereinigten Staaten in den 30er und 40er Jahren als Erosionsschutz verwendet. In der Zwischenzeit werden die wirtschaftlichen Schäden auf bis über eine halbe Milliarde Dollar pro Jahr geschätzt.

Pueraria in der Schweiz
In der Schweiz ist Pueraria seit etwa 2 Jahrzehnten im Tessin präsent. Angesichts ihres sehr schnellen Wachstums hat Agroscope Versuche durchgeführt, um das Ausbreitungspotenzial und mögliche Bekämpfungsmassnahmen gegen diesen aggressiven Neophyten zu erforschen. Wie Pueraria ins Tessin gelangte, ist ungeklärt. Die Lage der meisten Befallsherde lässt auf ein Auswildern aus Privatgärten schliessen.

Erste Resultate der Agroscope Versuche sind überraschend und lassen nichts Gutes erahnen. In der Literatur wird vermehrt auf die schlechte Keimfähigkeit der Bohnen hingewiesen und das Aus- breitungspotenzial von Pueraria v.a. der vegetativen Vermehrung zugeschrieben. Bei den Untersuchungen von Agroscope lagen die Keimfähigkeitswerte von Pueraria-Samen, die an 4 verschiedenen Standorten gesammelt wurden, mit einer Keimfähigkeit von 51 % im Durchschnitt „dreimal höher“ als in der Literatur.

Der Einsatz von Herbiziden auf Grün- und Holzteilen von Pueraria erwies sich als erfolgreich, was die Grünteile anbelangt, für die Holzteile muss der nächste Frühling abgewartet werden. Die Herbizidbehandlung ist aber keine nachhaltige Lösung. Auf Grasland ist die Behandlung schwierig, in Wald und Ufergebieten ist sie gänzlich ausgeschlossen. Alternative Bekämpfungsmethoden wie mechanische Verfahren sind teuer oder die Bekämpfung mit biologischen Methoden (Parasitoiden) noch nicht praxisreif.

Zur Zeit scheint Pueraria nur für die Alpensüdseite ein Problem darzustellen, eine Ausweitung auf die Alpennordseite scheint aufgrund der Wintertemperaturen noch nicht realistisch.

Bild 1: Dauergrünland mit Pueraria überwuchert © Agroscope
Bild 2: Pueraria Samen, ca. 3mm lang und nierenförmig © Agroscope

Weitere Informationen

Agroscope

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