Bushmeat_-_Buschfleisch_Ghana

Ein leckeres Affensteak gefällig?

  • Sophie Ryser
  • 1

Buschfleisch, also Fleisch von wildlebenden Tieren, welches vor allem aus Afrika stammt, ist bei uns kaum bekannt. Wer würde auch Affensteak, Antilopenwurst oder Löwe essen wollen? Doch tatsächlich boomt der Handel damit auch in der Schweiz. Über die Schweizer Flughäfen gelangen jährlich etwa 40 Tonnen Buschfleisch in die Schweiz, davon stammen 13 Tonnen von geschützten Arten.

Die Tierschutzorganisation Tengwood hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin und mit Unterstützung des Schweizer Zolls und der Schweizer Veterinärbehörden (BVET) eine grossangelegte Studie durchgeführt, um zu bestimmen, welche Tierarten in welchem Umfang über Schweizer Flughäfen nach Europa gelangen.

In ganz Europa ist der Pariser Flughafen „Charles de Gaulle“ trauriger Sieger: Hier treffen jährlich 270 Tonnen zentralafrikanisches Dschungelfleisch, London und Brüssel liegen auf den nachfolgenden Rängen. Das Fleisch wird dabei meist von Privatpersonen in ihren Koffern geschmuggelt und ist für den Verzehr bestimmt. Die Fleischstücke sind oft schon halb vergammelt und stinken, wodurch die Zollbeamten die Ware meist riechen, bevor sie sie sehen.

Mit der Identifizierung der Arten, von welchen das Buschfleisch stammt, beschäftigte sich Nadja Morf, welche als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Forensische Genetik am Institut für Rechtsmedizin der Uni Zürich arbeitet. Von 250 verdächtigen Fleischproben bestimmte sie die DNA und konnte schlussendlich bei 200 Proben die Tierart feststellen. Zwei Drittel der Proben stammten von Wildtieren, und davon wiederum ein Drittel von Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind und unter Schutz stehen. Fast alle Fleischstücke stammen zudem aus Afrika. Von Säugetieren über Reptilien, Vögel und Fischen war alles dabei. Am häufigsten wurde Fleisch vom Quastenstachler, einer Stachelschwein-Gattung, der grossen Rohrratte und einem Schuppentier gefunden. Dessen Fleisch gilt in Afrika als Delikatesse. Andere vertretene Arten waren die Gabunviper, die Stachelrand-Gelenkschildkröte, der Fingerotter, die Ducker-Antilope und verschiedene meerkatzenartige Primaten.

Mit dem Buschfleisch, welches vor allem von afrikanischen Immigranten konsumiert wird, lässt sich viel Geld verdienen. Es trägt aber auch dazu bei, dass immer mehr Arten unter Druck geraten und schlussendlich aussterben können. Tengwood setzt sich dafür ein, den illegalen Handel mit Wildtieren zu stoppen.

Weitere Informationen

Tengwood

Bild: Wikiseal [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

1 Kommentar

  • Dozer

    Wer das essen wollen würde? Fragt der Schweizer oder was? Ich würde sowas essen! Wer seid ihr eigentlich urteilen zu wollen über diese Leute?

    Antworten

Beitrag kommentieren