© Corentin Morvan
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Ein kühles Plätzchen für das Alpenschneehuhn

  • Kathrin Ruprecht
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Alpenschneehühner sind perfekt an das raue Klima und die Kälte der Hochalpen angepasst. An schönen Sommertagen müssen sie dagegen auch grosse Wärme aushalten. Ein Forscherteam der Vogelwarte Sempach und aus Frankreich hat einige besenderte Vögel verfolgt und gezeigt, dass die Schneehühner Wärmeperioden gut versteckt vor Feinden an Orten mit besonders kühlem Mikroklima verbringen.

Das Federkleid des Alpenschneehuhns ist jederzeit auf die Umgebung abgestimmt: grau-braun wie der Fels im Sommer, schneeweiss im Winter, schreibt die Schweizerische Vogelwarte. Aber natürlich bleibt es nicht bei der optimalen farblichen Tarnung des Gefieders; es schützt auch bestens vor dem harten Klima und den tiefen Temperaturen der Hochalpen und arktischen Gebiete, wo die Vögel leben.

Bei Temperaturen über 21°C in der Sonne wird es den Vögeln bereits zu warm! Wie reagieren sie dann aber auf Hitzetage, die ja im Rahmen der Klimaerwärmung eher häufiger werden dürften? Zusammen mit französischen Kollegen hat die Schweizerischen Vogelwarte Sempach besenderte Alpenschneehühner in den Savoyer Alpen beobachtet, um Antworten auf diese Frage zu finden.

Es zeigte sich, dass die Schneehühner im Sommer kühle schattige Stellen aufsuchen, häufig nach Norden offene Mulden. Auch an einem warmen Berghang finden sich kleinräumig solche Stellen. Die gewählten Orte boten auch Schutz vor Feinden und Nahrung.

Für die Schweiz ist bis 2070 eine Erwärmung um 4°C prognostiziert. Es wäre möglich, dass das Alpenschneehuhn bei uns bis dann zwei Drittel seines Lebensraumes verliert. « Unsere Erkenntnisse über geeignete Rückzugsorte für das Alpenschneehuhn könnten dazu beitragen, Ruhezonen oder Schutzgebietsgrenzen für die Art festzulegen », unterstreicht Lukas Jenni, Koautor der Studie und wissenschaftlicher Leiter der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.

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