Lachse Fisch

Ein guter Tag für die Fische Europas

  • Corinna von Kürthy
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Europas Meere werden seit Jahrzehnten ausgebeutet. Jetzt tritt das Europäische Parlament auf die Bremse. Wie Spiegel Online berichtete, hat das Europäische Parlament sich heute dafür ausgesprochen, der Überfischung der Meere nun endlich ein Ende zu setzen. Die Abgeordneten nahmen mit 502 zu 137 Stimmen eine Entschliessung an, in der eine umfassende Reform der Fischereipolitik verlangt wird.

Sollte sich das Votum durchsetzen, wären die EU-Länder ab 2015 zu einer nachhaltigen Fischerei verpflichtet: Die Bestände müssen stets eine Größe besitzen, die den höchstmöglichen Dauerertrag über einen unbegrenzten Zeitraum ermöglicht, berichtet Spiegel Online. Verboten werden auch verschwenderische Rückwürfe: Fast ein Viertel der gefangenen Fische (1,9 Millionen Tonnen pro Jahr) wird tot oder lebendig ins Meer zurückgeworfen, weil sie keinen Handelswert haben, oder um Quoten einzuhalten.

„Ein guter Tag für die Fische Europas“
In einem Interview mit Natur.de äussert sich der Fischereibiologe Rainer Froese vom Kieler Meeresforschungszentrum Geomar zu der historischen Entscheidung: „Das internationale Seerecht hat seit 1982 die nachhaltigen Grenzen für die Fischerei vorgegeben. Die europäischen Fischereiminister wollten dem nicht folgen, haben noch im Dezember 2012 die weitere massive Überfischung des Nordsee-Kabeljau beschlossen. Nun hat das Parlament sich klar und deutlich für die Einhaltung der internationalen Regeln ausgesprochen. Tatsächlich ein historischer Tag, ein Sieg der Vernunft“.

Auf die Frage hin, inwieweit es noch möglich wäre, die Fischbestände vor Europas Küsten wieder aufzubauen antwortete Froese, dass die meisten Fischbestände noch da sind und tatsächlich mit schonender Fischerei bis 2020 wieder aufgebaut werden könnten. „Verloren haben wir allerdings Lachse, Störe, Schnäpel und andere Wanderfische. Akut gefährdet sind weiterhin der Aal, der Dornhai, der Nordsee Kabeljau und Sommergäste wie der rote Thun“.

„Den Fischerei- und Landwirtschaftsministern wird es nun schwerfallen, sich dem gemeinsamen Druck von Parlament, EU-Kommission und Öffentlichkeit zu widersetzen. Ein guter Tag für die Fische Europas“.

Bild: Islandmen [CC-BY-3.0 ], via Wikimedia Commons

Bericht von Natur.de

Bericht von Spiegel Online

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