Der amselgrosse Pirol kann im Moment im Naturzentrum Thurauen beobachtet werden. | © Yogendra Joshi [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Der amselgrosse Pirol kann im Moment im Naturzentrum Thurauen beobachtet werden. | © Yogendra Joshi [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Ein Exot zu Gast in der Schweiz       

  • Mélanie Guillebeau
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Mit seinem gelb-leuchtendem Gefieder ist der Pirol eine Augenweide. Wer ihn live zu Gesicht bekommen möchte, hat nur begrenzt die Möglichkeit dazu, denn bereits Anfang August verlässt der Sommergast unsere Breiten wieder.

Seine Besuche sind von kurzer Dauer

Anfang Mai trudeln die ersten Pirole nach einer rund 11’000 Kilometer langen Reise bei uns ein und läuten die Brutzeit gegen Ende Mai ein. Und viel Zeit bleibt dem Pirol für die Jungenaufzucht nicht, denn bereits Anfang August kehrt er zurück in sein Überwinterungsgebiet jenseits der Sahara in Südostafrika. Dementsprechend haben Vogelbegeisterte nur ein kurzes Zeitfenster, in welchem sie den Pirol beobachten können. Im Moment bietet sich im Naturzentrum Thurauen, wo der Pirol bereits gesichtet wurde, die Gelegenheit einen Blick auf den exotisch angehauchten Vogel zu erhaschen.

Sein Auffinden ist schwerer als erwartet

Obschon der männliche Pirol mit einem gelb-schwarz leuchtendem Federkleid besticht, gestaltet sich die Suche nach dem prächtigen Vogel nicht einfach. Denn er hält sich bevorzugt in den obersten Wipfeln des Baumes auf, wodurch er in der Regel vor unseren suchenden Augen geschützt ist. Sein prächtiges Federkleid verdankt der Pirol übrigens seiner Ernährungsweise. So macht er sich hauptsächlich auf die Suche nach Kirschen, die reich an Karotinoiden sind. Diese Pigmente – die ebenfalls dem Eigelb seine Farbe geben – hüllen den männlichen Vogel in ein prunkvolles, gelbes Gewand.

© Rahul Alvares [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Die leuchtend gelbe Farbe des männlichen Gefieders kommt dank dem regelmässigen Verzehr von Kirschen zustande. | © Rahul Alvares [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Sein Gesang verrät ihn

Die Suche nach dem Pirol mag zwar schwieriger sein als gedacht, doch sein Gesang entlarvt ihn. Das flötende „didilüoh“ ist sehr markant und setzt sich deutlich von den Gesängen der bei uns verbreiteten Vögel ab. Aber aufgepasst: Denn Stare imitieren den Pirol öfters, weshalb man „seinen“ Gesang auch nach seiner Abreise im August vernehmen kann.

Sein Lebensraum ist bedroht

Wie sein Vorkommen in den Thurauen vermuten lässt, fühlt sich der Pirol in Auengebieten sehr wohl. Er schätzt das reichhaltige und diverse Angebot an Insekten in diesen Lebensräumen. Er wird aber auch in strukturreichen und naturnahen Mischwäldern spezifisch gefördert. Denn seine Bestände nehmen von Jahr zu Jahr ab. So kann er unsere Unterstützung gut gebrauchen, selbst wenn er (noch) nicht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten vermerkt ist.

Weitere Informationen zum Pirol finden Sie auf der Website von BirdLife Schweiz.

1 Kommentar

  • H.R. Striebel

    Der Pirol mag zwar exotisch anmuten, ein Exot ist er aber keineswegs, sondern in unserem Land seit langem spärlich, aber in tiefen Lagen weit verbreitet.
    Als Exoten würde ich Mandarinenten oder Nilgänse bezeichnen, die als Gefangenschaftsflüchtlinge bei uns zu brüten begannen oder allenfalls Einwanderer wie die Türkentauben.

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