Ein Bär besucht die Schweiz – Kanton plant Vergrämungsaktion

  • Redaktion Naturschutz
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Am 28. Juli 2005 wurde der endgültige Beweis erbracht, dass ein Bär in die Schweiz zurückgekehrt ist. Der am Abend des 25. Juli am Ofenpass erstmals beobachtete ausgewachsene Braunbär konnte durchs Fernrohr fotografiert werden, diesmal innerhalb des Schweizerischen Nationalparks. Es handelt sich um das erstmalige Auftreten eines Braunbären in unserem Land seit 1923.

Der Bär ist aus Italien eingewandert und derzeit im Münstertal auf Nahrungssuche. Die letzte Sichtung fand am 1. August statt. Um zu seinen Kalorien zu kommen, hat er ein wenige Tale altes Kalb gerissen. Menschen brauchen sich vor Meister Petz nicht zu fürchten, sofern sie sich ihm nicht arglos nähern und einige einfache Verhaltensregeln befolgen. Doch dies scheint nicht allen Touristen klar zu sein, die derzeit in Massen ins das Gebiet pilgern, um das Wildtier zu Gesicht zu bekommen, und ihm teilweise nur wenig Respekt zollen. Von den vielen Touristen wiederum profitieren die Hotels im Münstertal, die derzeit zu über hundert Prozent ausgelastet sind.

Naturschutzorganisationen wie der WWF, der die Ankunft des Bären schon länger angekündigt hat, und wohl auch die meisten Einheimischen freuen sich über die Anwesenheit des Tiers, das für grosses mediales Echo und klingende Kassen sorgt. Ein vom BUWAL noch zu erarbeitendes Bärenkonzept soll künftig regeln, was bei einem Schadenfall zu tun ist. Das Konzept soll im Sommer 2006 in Kraft treten, vorher soll von Fall zu Fall entschieden werden.

Um den Bär von den Strassen und den schaulustigen Touristen fernzuhalten, hat das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden zusammen mit der Polizei eine Vergrämungsaktion geplant. Die Aktion hätte am 3. August stattgefunden – sofern der Bär irgendwo aufgetaucht wäre.

Links zum Beitrag
Nationalpark
Infos zum Bär vom BUWAL
KORA

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