Naturidylle im Eigental (Bild: naturschutz.ch)
Naturidylle im Eigental (Bild: naturschutz.ch)

Eigentalstrasse: Zuerst sanieren, dann sperren

  • Benjamin Kämpfen
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Seit die Eigentalstrasse im Zürcher Unterland vor über zwei Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde, herrscht Uneinigkeit über die Zukunft dieser Strasse. Die involvierten Gemeinden und der Kanton Zürich haben nun einen Grundsatzentscheid gefällt. Die Strasse soll saniert und geöffnet werden, mittelfristig aber nur noch als Radweg zur Verfügung stehen.

Die heutige Eigentalstrasse grenzt auf mehreren Abschnitten an bundesrechtlich geschützte Moorbiotope und zerschneidet ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Die zuständigen Gemeinden wollten die Strasse sanieren und sperrten sie Anfang 2013, weil die Sicherheit der Strassenbenutzer nicht mehr gegeben war. Verschiedene Naturschutzorganisationen wehrten sich gegen die Sanierung, welche den aktuellen Zustand auf Jahrzehnte hinaus zementieren würde.

In der Folge beriefen die zuständigen Gemeinden einen Runden Tisch ein. Dort wurde klar, dass gesetzliche Vorgaben bestehen, die zumindest mittelfristig dem Naturschutz im Eigental den Vorrang geben. Verschiedene Experten kamen zum Schluss, dass der Naturschutz gegenüber dem Verkehr zu priorisieren sei. Heute könnte eine Eigentalstrasse nicht mehr gebaut werden.

Die Verantwortlichen des Runden Tisches entschieden nun, dass die Eigentalstrasse mit ausgeweiteten Fahrverboten und Tempobeschränkungen angemessen saniert und so lange offen gelassen werden soll, wie die Gemeinde Kloten heute mitteilte. Erst wenn flankierende Massnahmen auf der Umfahrungsroute umgesetzt sind, soll die Strasse gesperrt werden und der Bevölkerung als Radweg zur Verfügung stehen.

Die Umweltorganisationen ZVS/BirdLife Zürich, WWF Zürich und Pro Natura Zürich begrüssen, dass die Gemeinden mit diesem Entscheid den Vorrang von Natur und Erholung im Eigental anerkennen. Die geplante temporäre Wiedereröffnung der Strasse wird als «nicht sinnvoll» kritisiert. In einer gemeinsamen Stellungnahme schreiben sie: «Ohne verbindlichen und zeitlich genau terminierten Beschluss zur Umnutzung der Eigentalstrasse zu einem Radweg für die Bevölkerung beurteilen die Umweltorganisationen ein solches Vorgehen jedoch als nicht zielführend». Die Umweltorganisationen wünschten sich eine rasche Umsetzung der flankierenden Massnahmen und einen Verzicht auf die Wiederöffnung der Strasse.

In den nächsten Wochen werden nun die Gemeinden und die kantonalen Fachstellen die konkreten Sanierungs- und Schutzmassnahmen für die Eigentalstrasse im Detail festlegen und den abschliessend entscheidenden Gremien vorlegen. Erst dann wird klar, ab wann die Frösche und Kröten den Vortritt im Eigental erhalten sollen.

1 Kommentar

  • Kurt Indergand

    Leben im Eigethal goldene Frösche oder für was wird ein 2 stelliger Millionenbetrag für nichts den Anstössern aus der Tasche gezogen.
    Ich müsste ja lachen, wenn am Ende die Frösche alle samt von den Reihern gefressen werden ( än guetä )

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