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Zecken übertragen nicht nur Borreliose und FSME, sondern auch die unbekannte Krankheit Ehrlichiose

Ehrlichiose: Eine unbekannte durch Zecken übertragene Krankheit

  • Redaktion Naturschutz
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Zecken können nicht nur die Krankheiten Borreliose und FSME übertragen, sondern seit neuerer Zeit auch Ehrlichiose. Jedoch tragen nur wenige Zecken den Erreger in sich.

Auch in diesem Jahr ist das Thema Zecken bereits wieder in aller Munde (naturschutz.ch berichtete). Wie den meisten Leuten bekannt ist, werden durch Zecken hauptsächlich zwei Krankheiten übertragen. Einerseits können sie Bakterien (borrelia burgdorferi) auf den Menschen übertragen, welches zu einer Borreliose führen kann. Diese äussert sich in den meisten Fällen durch das „Erythema Migrans“, eine sich ringförmig ausbreitende rote Hautveränderung, welche erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden kann. Zecken können andererseits auch das Virus der Zeckenenzephalitis auf den Menschen übertragen. Dieses Virus kann eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verursachen, welche nur symptomatisch behandelt werden kann. Allerdings ist in der Schweiz eine sehr wirksame, gut verträgliche Impfung vorhanden, wodurch eine FSME Erkrankung verhindert werden kann.

Was viele nicht wissen, ist, dass Zecken auch Überträger eines weiteren Keims sind: Der Erreger Neoehrlichia ist ein Bakterium, welches eine Ehrlichiose auslösen kann. Im Grossraum Zürich tragen gemäss Studien 5-10 Prozent der Zecken dieses Bakterium in sich.

Die Erkrankung verläuft oftmals ohne Symptome, kann jedoch zu Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Übelkeit führen. Ausserdem kann die Infektion schwere Komplikationen verursachen, nämlich Gefässverschlüsse wie Thrombosen und Embolien. Das grösste Risiko für Komplikationen haben vor allem ältere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Sobald die Infektion diagnostiziert wird, kann die Krankheit relativ einfach mit Antibiotika therapiert werden und die Symptome klingen schnell ab. Das Problem liegt hier eindeutig bei der Diagnose der Krankheit. Einerseits weist die Ehrlichiose sehr unterschiedliche Symptome auf, andererseits ist vielen Ärzten die Präsenz dieses Erregers gar nicht bekannt. Dazu kommt auch, dass sich viele Menschen gar nicht mehr an einen Zeckenstich erinnern können.

Fazit für die Schweizer Bevölkerung ist somit: Prophylaxe! Sei dies nun mit effektiven Zecken-Sprays, dem Tragen von geschlossener und heller Kleidung, Absuchen des Körpers nach jedem Aufenthalt im Freien und natürlich die Durchführung einer FSME-Impfung. Nach einem Zeckenstich soll die Stichstelle während mind. 1 Monat beobachtet werden und bei Unsicherheit soll ein Arzt oder eine Apotheke aufgesucht werden.

Mit freundliche Unterstützung von Isabelle Hartmann, Apothekerin

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