Mit MM 7.11.16
Die drei letzten serbischen Zirkusbären konnten endlich konfisziert werden. Solche Bären könnten künftig im "Bärenland Arosa" ein neues Zuhause finden. | © FOUR PAWS, Hristo Vladev

Ehemalige Zirkusbären für das „Bärenland Arosa“?

  • Cécile Villiger
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Für drei Bären, die unter schlimmsten Verhältnissen im offiziell bereits geschlossenen Zirkus “Corona” in der serbischen Stadt Srbobran gehalten wurden, hatte eine lange Leidensgeschichte ein Ende: Die Tiere wurden mit Hilfe von mehreren Parteien endlich konfisziert. Solche Bären könnten in Zukunft im „Bärenland Arosa“ ein neues Zuhause finden.

Beamte der Umweltabteilung der Provinzregierung konfiszierten gemeinsam mit dem serbischen Landwirtschafts- und Umweltministerium drei serbische Zirkusbären. Dies geschah mit der tatkräftigen logistischen Unterstützung der Tierschutzorganisation Vier Pfoten und serbischen Tierexperten. Das Rettungsteam fand sie in winzigen, verrosteten und vermüllten Metallkäfigen vor, die keinerlei Schutz vor Regen und Sonne boten. Aufgrund einer Verletzung, die sich das Bärenweibchen einige Jahre zuvor zuzog, fehlt ihr ein Teil einer Vorderpfote. Die anderen Bären haben vor allem schwere Zahnschäden. Carsten Hertwig, Bärenexperte von Vier Pfoten ist froh, dass die Tiere endlich konfisziert werden konnten: „Ich habe die schlimmen Bedingungen, unter denen die Tiere leben müssen, erstmals 2010 erlebt.“

Nach einer kurzen Reise kamen die zwei Braunbären im Zoo Belgrad an, während der dritte Bär, eine Kreuzung aus Polar- und Braunbär, weiter in den Zoo Palic in der Nähe der ungarisch-serbischen Grenze gebracht wurde. Dort werden die konfiszierten Tiere bleiben, bis das behördliche Verfahren um ihre endgültige Unterbringung abgeschlossen ist. Vier Pfoten hat angeboten, die drei Bären in den zur Organisation gehörenden Bärenwald Müritz in Deutschland und in den Tanzbärenparks Belitsa in Bulgarien zu überführen. Beide Parks bieten riesige, artgemässe Gehege mit Bächen, Teichen, zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten und sonstige Einrichtungen, die den Bedürfnissen der Bären entgegenkommen.

Solche Gehege sollen bald auch im geplanten „Bärenland Arosa“ entstehen. Ende November wird in Arosa darüber abgestimmt, ob die für die Realisierung des Projektes notwendige Umzonung des Landes vorgenommen werden soll. Julie Stillhart, Länderchefin von Vier Pfoten Schweiz, ist von dem Projekt überzeugt: „Wir hoffen, bald ein weiteres Tierschutzprojekt in der Schweiz lancieren zu können. Denn in Europa warten zahlreiche Bären auf unsere Rettung. Und sie alle brauchen eine artgemässe, lebenslange Unterkunft, doch Aufnahmekapazitäten für gerettete Bären in geeignete Einrichtungen in Europa sind äusserst beschränkt. Das ‚Bärenland Arosa‘ soll geretteten Bären wie denjenigen aus dem serbischen Zirkus endlich ein Bärenleben ermöglichen.“

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