Eckpunkte Biodiversitätsstrategie

  • Barbara Darani
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Biodiversität – das heisst die Ökosysteme, die Arten und die genetische Vielfalt – ist die Grundlage für Wachstum und Wohlstand. Um die Biodiversität zu erhalten, ist die Schweiz daran, eine nationale Biodiversitätsstrategie auszuarbeiten. Am 1. Juli hat der Bundesrat den Eckpunkten dafür zugestimmt. Der SVS/BirdLife Schweiz begrüsst diesen Entscheid. Der SVS setzt sich seit 2004 als erster nationaler Naturschutzverband für eine Strategie der Schweiz zum Schutz der biologischen Vielfalt ein.

Biodiversität hat einen Wert an sich, für den die Gesellschaft die moralische Verantwortung trägt. Seit jeher liefert die Biodiversität auch der Menschheit Güter und leistet Dienste, die für ihr Überleben und ihre Weiterentwicklung unerlässlich sind: zum Beispiel Nahrung, Schutz vor Überschwemmungen, Medikamente. Viele Wirtschaftszweige hängen direkt von der Biodiversität ab.

Die Biodiversität ist in der Schweiz wie auch in der ganzen Welt rückläufig. Die Zunahme der Bevölkerung, des Konsums und des Bodenverbrauchs führen zur Zerstückelung der Ökosysteme, zu Qualitätsverlust und Gefährdung ihrer Vernetzung untereinander. Um sicherzustellen, dass die Biodiversität langfristig erhalten und die Schweiz auch in Zukunft aus deren Leistungen Nutzen ziehen kann, beauftragte das Parlament den Bundesrat, eine nationale Biodiversitätsstrategie auszuarbeiten.

Für den Bundesrat muss die Biodiversität reich bleiben, damit sie gegenüber Veränderungen reagieren kann und wir ihre Vorteile weiterhin nützen können. An seiner Sitzung vom 1. Juli 2009 diskutierte der Bundesrat die vom UVEK vorgeschlagenen Eckpunkte und verabschiedete folgende Punkte:

  • genügend Flächen müssen in erster Linie für die Entwicklung der Biodiversität gesichert werden;
  • Wirtschafts- und Freizeitaktivitäten müssen jede unnötige Beeinträchtigung der Gesamtfläche vermeiden, damit die Qualität der Lebensräume verbessert wird;
  • der wirtschaftliche Wert der von der Biodiversität erbrachten Dienste muss besser anerkannt werden;
  • die Schweiz unterstützt auf internationaler Ebene die Massnahmen, welche in die Richtung dieser Grundlagen gehen.

Bis Mitte 2010 wird dem Bundesrat eine detaillierte Strategie vorgelegt. Als Mitglied der Biodiversitätskonvention der UNO muss die Schweiz im Oktober 2010 in Nagoya (Japan) den Stand der Biodiversität in der Schweiz vorstellen sowie die Massnahmen, die sie ergreifen will, um sie zu erhalten und zu fördern.

Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz begrüsst den Entscheid des Bundesrates zu den Eckpunkten der Biodiversitätsstrategie. Als erster nationaler Naturschutzverband setzt sich der SVS bereits seit 2004 mit der Kampagne „Biodiverstiät – Vielfalt ist Reichtum“ für eine griffige Strategie der Schweiz zur Sicherung der biologischen Vielfalt ein. Insbesondere begrüsst der SVS, dass der Bundesrat erkannt hat, dass die Qualität der Lebensräume nicht nur erhalten sondern verbessert werden muss. Der SVS will besonders im Internationalen Jahr der Biodiversität 2010 noch verstärkt dazu beitragen, den Wert der biologischen Vielfalt in der Bevölkerung bekannt zu machen.

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SVS/BirdLife Schweiz

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