Gehts dem Höckerschwan bald an den kragen? | © Alice Chodura,  [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Gehts dem Höckerschwan bald an den kragen? | © Alice Chodura, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Dürfen Höckerschwäne bald gejagt werden?

  • Amanda Buol
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Die Umweltkommission (UREK) des Nationalrats sagt Ja zur Regulierung der Bestände des Höckerschwans. BirdLife Schweiz protestiert vehement dagegen und stellt Infrage, dass wegen ein paar verkoteten Wiesen der beliebte, geschützte Vogel bekämpft werden muss.

In den letzten Jahren hat sich der Höckerschwan stark vermehrt und stellt teilweise ein Problem dar, da er Schäden verursacht. Nun soll er geschossen werden dürfen. Aber bereits mit den heutigen gesetzlichen Grundlagen ist es möglich, die Schwanbestände zu regulieren, wenn sie wirklich einmal grosse Schäden anrichten würden. Das beweist auch die Tatsache, dass moderate Eingriffe gegen die Höckerschwäne in Nid- und Obwalden bereits bewilligt sind und diesen Frühling starten.

Der Grund für dieses Problem ist die übermässige Fütterung der Höckerschwäne und das Fehlen natürlicher Feinde. So konnten sie sich ungehindert vermehren. In anderen Kantonen wurde das Problem dadurch gelöst, dass man diese Fütterung eingeschränkt hat.

Die Motion von Ständerat Paul Niederberger verlangt eine Einstufung der Höckerschwäne als jagdbare Tierart. In gewissen Gebiete sollen die Abschüsse nicht begrenzt sein. Die Nationalratskommission möchte den Vorstoss abändern. So soll eine Genehmigung beim Bundesamt für Umwelt eingeholt werden.

BirdLife Schweiz kritisiert die UREK und das Parlament. Diese verbrauchen wegen einem lokalen Problem unnötig Zeit. Sie hätten bezüglich der Natur Wichtigeres zu tun, wie Beispielsweise den Moorschutz, der noch nicht umgesetzt sei. Daher verlangen sie, dass sich der Bund endlich den wichtigen Prioritäten für die Natur unseres Landes widme und nicht auf Nebengleisen unnötige neue Gesetze schaffe.

2 Kommentare

  • Marco

    Gülle im Bach: kein Problem.
    Schwanenkacke auf der Wiese: Griff zur Flinte.

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  • Heiri Schiess

    verstehe, dass man aus einem gewissen Prinzip heraus nichts leichtfertig wieder jagdbar machen möchte, was nicht schon ist. Beim Schwan gäbe es aber meines Erachtens schon Indikationen zur Regulierung. Ich denke da z.B. an zwei Kleinseen in den Bergen (Tarasper See und Gräppelensee), die mindestens zeitweise von Schwänen sehr stark geschädigt wurden. In letzterem gibt es eine total isolierte Population einer Köcherfliegenart, Nemotaulius punctatolineatus, die einzige in der Schweiz, zudem eine von vier der Kleinen Teichrose. Wie die ökologische Situation an den beiden Gewässern heute ist, weiss ich allerdings nicht. Immerhin gehört der Höckerschwan ja wohl gar nicht zu der ursprünglichen einheimischen Fauna. Eine breitere Abklärung von ökologischen Schäden durch Schwäne wäre m.E. sinnvoll. Aber selbstverständlich bin ich voll einverstanden mit der Haltung von BirdLife Schweiz, dass wir auch noch andere, deutlich wichtigere Probleme hätten…

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