AKW Doel, Kernkraftwerk

Druck auf AKW Mühleberg wächst weiter

  • Nora Kieselbach
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Laut Beobachter Natur wird der Druck auf die BKW als Betreiberin des AKW Mühleberg  immer grösser – denn wie sich jetzt herausstellte, hat in Belgien ein AKW mit einem Druckbehälter desselben Herstellers ebenfalls Probleme mit Rissen.

Messungen am Reaktordruckbehälter des belgischen AKW Doel 3 bringen die Bernischen Kraftwerke (BKW) in Bedrängnis. Die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC spricht von „Fehleranzeigen, die auf potentielle Risse hindeuten“ sowie von „Fertigungsfehlern“ – beunruhigende Neuigkeiten auch für die Berner. Denn der Druckbehälter des AKW Mühleberg stammt vom selben Hersteller und ist sogar sechs Jahre älter. Auch dort hatte man 2009 einen Riss festgestellt (naturschutz.ch berichtete); dieser war laut Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI jedoch „sicherheitstechnisch unbedenklich“.

Gegner des AKWs Mühleberg verlangen die umfassende Untersuchung des Druckbehälters. Es wäre die erste seit 1972: Bisher kontrollierte man periodisch die Schweissnähte und die Versprödung des Materials des Druckbehälters, aber nie den ganzen. Für den Nuklearexperten Mycle Schneider steht zudem fest, dass ein Check nur der Anfang sein kann: denn sobald eine Aufsichtsbehörde nicht explizit ausschliessen könne, dass ein Reaktordruckbehälter Risse aufweist, die seine Festigkeit gefährden, müsse er aufgrund der neusten Erkenntnisse aus Belgien vollständig untersucht werden.

Und auch in Belgien zeigt man sich beunruhigt. So schrieb FANC-Direktor Willy De Roo­vere in einer Mail an seine Mitarbeiter, es sei gar eine Abschaltung von Doel 3 möglich. In diesem Zusammenhang ebenfalls interessant zu lesen: Umweltblogger Thomas „Angelis Ansichten“ zum Thema.

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Bild: Limo Wreck [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

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