Einer der Neu Entdeckten Mausmaki-Arten, Microcebus ganzhorni. | © Guiseppe Donati / DPZ
Einer der Neu Entdeckten Mausmaki-Arten, Microcebus ganzhorni. | © Guiseppe Donati / DPZ

Drei neue Mausmaki-Arten entdeckt

  • Amanda Buol
  • -

In den Wäldern Madagaskars wurden drei neue Mausmakis entdeckt. Somit steigt die Anzahl bekannter Mausmakis auf 24 Arten.

Zu den Mausmakis gehören die kleinsten Primaten der Welt. Nun wurden drei weitere Arten, die zu der Teilordnung der Lemuren gehören, von Wissenschaftler des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) in Zusammenarbeit mit der University of Kentucky, des amerikanischen Duke Lemur Centers und der Université d’Antananarivo, entdeckt. Waren erst vor zwanzig Jahren bloss zwei Arten bekannt, sind es nun 24 Arten. Die Mausmakis sind kleine, nachaktive Affen und kommen, wie alle Lemuren, nur auf Madagsakar vor. Mit ihren grossen Augen und braunen Fell sind die Arten schwer voneinander zu unterscheiden. Dank moderner Methoden der genetischen Bestimmung konnten die Arten differenziert werden, so das Journal „Molecular Ecology“, in der die Studie veröffentlicht wurde.

Zur Erforschung der Mausmakis sind nicht nur moderne analytische Methoden wichtig, sondern auch Expeditionen in abgelegene, schwer zugängliche Waldgebiete. Die exakte Verbreitung einzelner Arten sei wichtig und helfe, die Artenvielfalt auf Madagaskar zu verstehen, sagt Peter Kappeler, der seit über 20 Jahren an der Freilandstation des DPZ auf Madagaskar forscht.

Die neuentdeckten Mausmakis leben im Süden und Osten Madagaskars. Ganzhorn’s Mausmaki (Microcebus ganzhorni) wurde nach dem Hamburger Ökologen Jörg Ganzhorn benannt, der sich seit Jahrzehnten für die Erforschung und den Schutz von Lemuren einsetzt. Ebenfalls im Südosten der „großen Insel“ lebt Microcebus manitatra, dessen Name im madagassischen die Ausweitung des Verbreitungsgebiets einer Untergruppe aus dem westlichen Madagaskar versinnbildlicht. Der dritte im Bunde, Microcebus boraha, ist nach seinem Fundort auf der Insel Sainte Marie (auf madagassisch Nosy Boraha) benannt, schreibt das DPZ.

Die mehr als 100 bekannten Lemurenarten sind laut der „Roten Liste“ der IUCN mehrheitlich in ihrem Bestand bedroht und stellen die weltweit am stärksten vom Aussterben bedrohte Gruppe von Säugetieren dar. Brandrodung und Bejagung sind die Hauptursachen für die Bedrohung der Lemuren in einem der ärmsten Länder der Welt.

Beitrag kommentieren