Die Bestände des Girlitz haben in den letzten zehn Jahren um einen Viertel abgenommen.
© Mathias Schäf
Die Bestände des Girlitz haben in den letzten zehn Jahren um einen Viertel abgenommen. © Mathias Schäf

Dramatischer Zustand für viele Brutvögel in der Schweiz

  • Judith Schärer
  • 4

Für viele Schweizer Brutvögel ist die Lage nach wie vor dramatisch: Vierzig Prozent von ihnen sind bedroht. Die Vogelwarte Sempach präsentiert erstmals die Fakten zur Situation der Vögel in der Schweiz in einer einzigen übersichtlichen Zusammenfassung.

Wussten Sie, dass auf unseren Seen alljährlich rund eine halbe Million Wasservögel den Winter verbringen und viele von ihnen extra dafür in die Schweiz kommen? Oder dass vierzig Prozent unserer Brutvögel auf der Roten Liste stehen, darunter viele Vögel des Landwirtschaftsgebiets? In einer Art „Gesundheits-Check“ fasst die Vogelwarte erstmals die Kennzahlen zum Zustand der Vögel in der Schweiz in einem einzigen Bericht zusammen. Dieser ist ein Gradmesser für den Zustand unserer Natur insgesamt, wie die Vogelwarte erklärt.

Im Zentrum steht der Swiss Bird Index SBI®, der die Entwicklung der Schweizer Brutvogelbestände der letzten 25 Jahren aufzeigt. Für die bedrohten Arten zeigt der Teilindex, dass sich die Bestände auf tiefem Niveau stabilisieren. Thomas Sattler, verantwortlicher Abteilungsleiter an der Vogelwarte, gibt zu bedenken: „Bei vielen Arten der Roten Liste hat der Abwärtstrend bereits lange vor 1990 eingesetzt.“ Und er gibt sich vorsichtig optimistisch: „Ob wir die Talsohle wirklich durchschritten haben und es mit den bedrohten Vogelarten wieder aufwärts geht, werden die nächsten Jahre zeigen“.

Der Swiss Bird Index SBI® für alle Brutvogelarten (blau) zeigt seit 1990 eine positive Entwicklung, während derjenige für die Arten der Roten Liste (rot) deren Abnahme verdeutlicht. © Schweizerische Vogelwarte
Der Swiss Bird Index SBI® für alle Brutvogelarten (blau) zeigt seit 1990 eine positive Entwicklung, während derjenige für die Arten der Roten Liste (rot) deren Abnahme verdeutlicht. © Schweizerische Vogelwarte

Gleichzeitig zeigen landesweite, mit rund 2800 Freiwilligen durchgeführte Zählungen, dass auch die Bestände weit verbreiteter Arten schrumpfen, die nicht auf der Roten Liste stehen. Zu ihnen gehört der Girlitz. Sein an das Geräusch einer rostigen Velokette erinnernder Gesang ist im Frühling deutlich seltener zu hören, als noch vor einem Vierteljahrhundert.

Die Vogelwarte macht es sich zur Aufgabe, die Gründe für solche Bestandsabnahmen herauszufinden und Fördermassnahmen zu erarbeiten.

Hier können Sie den gesamten Bericht studieren >>

4 Kommentare

  • Thomas Griesohn

    Zweifel sind hier weder an der Intelligenz des Kommentators noch an der Güte der Arbeit der Sempacher Vogelwarte angebracht. Beide sprechen für sich ;-)

    Antworten
  • Hans S.

    Schön dass es den Vögeln so schlecht geht … für ein Institut die auf Spenden lebt. Die weniger gut die Vögel gehen die mehr Geld von Gönnern oder dem Bund sie bekommen.

    Wo ist die Objektivität? Was bringen die jährliche 8 Millionen CHF der Vogelwarte (ausser die zahlreiche teilweise unnötige Studien) für den Vogelschutz tatsächlich? Man darf sich sehr viel fragen und … zweifeln.

    Hans S.

    Antworten
    • Marius L.

      Tja, zweifeln lässt sich auch ob der Intelligenz gewisser Kommentare.
      Ganz objektiv.

    • Rolf Amiet

      ich hoffe nur, dass für solche „Simpel“ nie öffentliche Gelder aufgewendet werden müssen …


Beitrag kommentieren