Erlenzeisig

Dramatischer Rückgang der Meisen

  • Gavino Strebel
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ErlenzeisigWenn Sie Vögel im Winter füttern ist Ihnen möglicherweise auch schon aufgefallen, dass dieses Jahr weniger Wintergäste am Futterbrett vorbeikommen. Solche Beobachtungen haben diesen Winter viele Leute gemacht und wendeten sich besorgt an Fachleute, wie das St.Galler Tabblatt berichtet hat. Professor Peter Berthold, Leiter der Vogelwarte Radolfzell erklärt: „Vor allem die Kohl- und Blaumeisen sind diesen Winter dramatisch zurückgegangen. Schätzungsweise sind es noch 10 Prozent gegenüber dem letzten Winter. Die wahrscheinlichste Ursache für diesen Rückgang ist der verregnete Sommer. Zwar war der Bruterfolg gut, aufgrund des nassen Wetters ab Juli verendeten jedoch Zehntausende der gerade flügge gewordenen Jungvögel“. Laut Berthold könnte auch ein Virus eine Rolle gespielt haben – ähnlich jener Seuche, welche vor einigen Jahren ein Amselsterben ausgelöst hatte.

Während die Meisen sich an den Futterstellen rar machen ist diesen Winter ein überduchschnittlich hohes Aufkommen der Erlenzeisige beobachtet worden. Berthold nennt den Grund im St.Galler Tagblatt: „Die Erlenzeisige kommen aus Polen oder sogar aus Sibirien. Wegen der chaotischen Schneefälle in Norddeutschland wären sie in ihren angestammten Winterquartieren verhungert und mussten weiter südwärts als in normalen Jahren ziehen.“

Eine weitere Vogelart, welche im Winter mehr Individuen verzeichnet als früher, ist der Distelfink. Gemäss Berthold waren die Distelfinken vor 25 Jahren noch reine Zugvögel und im Winter alle weg.  Aufgrund der Klimaverschiebung sind sie jedoch zu Teilziehern geworden, d.h. nicht mehr alle Individuen ziehen im Winter in den Süden.

St.Galler Tagblatt

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