Drahtloses Internet (WLAN) strahlt oft stärker als Handy-Antennen

  • Redaktion Naturschutz
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Die deutsche Regierung rät ihren Bürgern, sicherheitshalber auf einen drahtlosen Internetzugang (WLAN) zu verzichten: «Die Bundesregierung empfiehlt allgemein, die persönliche Strahlenexposition durch hochfrequente elektromagnetische Felder so gering wie möglich zu halten, das heisst herkömmliche Kabelverbindungen zu bevorzugen.» Im Gegensatz zu den deutschen Kollegen kamen die Schweizer diesen März zum Schluss, dass es keinen Grund gebe, sich gegen WLAN-Netze auszusprechen.
Tatsache ist, dass drahtlose Netzwerke in der Öffentlichkeit viel weniger als Bedrohung wahrgenommen werden als Handys und Handy-Antennen. Laut dem Tages Anzeiger wohl zu unrecht: „Ein WLAN-Sender gibt zwar weniger Strahlung ab als eine Handyantenne. Doch weil die Strahlung einer WLAN-Anlage unterschätzt wird, wird oft nicht genug Abstand zum Gerät gehalten.“ Bereits zwei Meter würden genügen, um die Strahlendosis deutlich zu verringern. Doch oft ist die WLAN-Station auf dem Bürotisch deutlich schlimmer als die Mobilfunkantenne auf dem gegenüberliegenden Hausdach. Das wird von mehreren Spezialisten bestätigt. «In einer Wohnung mit WLAN sind – wenn die Station sendet – die Felder in der Wohnung meist stärker als jene von Handy-Antennen in der Umgebung», sagt Gregor Dürrenberger von der Forschungsstiftung Mobilkommunikation gegenüber dem Tages Anzeiger.
WLAN-Sender werden zunehmend auch in Schulhäusern montiert. Anders in Bayern: Dort gilt seit einem Jahr für das ganze Bundesland die Empfehlung, an Schulen auf drahtloses Internet zu verzichten. In Stadtzürcher Schulen ist kein drahtloses Netz in Betrieb. In der Stadt Luzern wurde dessen Einführung gestoppt. In anderen Schweizer Gemeinden sind laut dem Tages Anzeiger Anfragen besorgter Eltern hängig. (sb)

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