"Den Klimawandel anpacken? Natürlich nicht - wir sind eine Airline!" titelt das Plakat das als vermeintliche Werbung der Air France gestaltet ist. | © Brandalism
"Den Klimawandel anpacken? Natürlich nicht - wir sind eine Airline!" titelt das Plakat das als vermeintliche Werbung der Air France gestaltet ist. | © Brandalism

Doppelmoral von Wirtschaft und Politik am Klimagipfel?

  • Judith Schärer
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Momentan findet in Paris der Weltklimagipfel mit unzähligen Abgeordneten aus der ganzen Welt statt. Ziele und Massnahmen sollen definiert werden, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Die Konferenz wird jedoch auch laut kritisiert, zum Beispiel von einer Gegenbewegung, welche künstlerisch auf die Problematik des „Greenwashing“ aufmerksam machen will.

Über 600 Plakate wurden in ganz Paris im Vorfeld des Klimagipfels installiert, wie die Organisatoren erklären. Ihr Ziel: Ein kritisches Hinterfragen der Rahmenbedingungen rund um die internationale Konferenz. Der diesjährige Klimagipfel findet auf einem Flughafengelände statt und wird von einer Airline finanziert. Ist dies nicht ein wenig ironisch für einen Anlass, der die Treibhausgase eindämmen will?

„Indem grosse Firmen wie die Air France den Klimagipfel sponsert, können sie sich in Bezug auf das Klimaproblem als Teil der Lösung darstellen – obwohl sie in Wirklichkeit Teil des Problems sind!“

Joe Elan, Brandalism

Obwohl seit 20 Jahren solche Treffen abgehalten würden, seien die globalen Emissionen um 63% gestiegen. Offensichtlich seien die Ziele der teilnehmenden Staatsverantwortlichen rein wirtschaftlichen und eigennützigen Ursprungs. Die Aktion „Brandalism“ bezeichnet solche Fakten rund um den Klimagipfel als klares „Greenwashing„. Dies bedeutet, dass die Veranstaltung versucht, sich nach aussen in ein grünes Mäntelchen zu hüllen, obwohl grundsätzlich viele Aspekte nicht nachhaltig sind.

Nachdem in Paris zwei Grossdemonstrationen aufgrund der Anschläge vom 13. November aufgehoben wurden, wollte sich das Projekt „Brandalism“ auf andere Art und Weise eine Stimme verschaffen. Sie wollen mit ihren Werken auf den Zusammenhang von Werbung, Konsumverhalten, der Abhängigkeit von fossilen Energien und dem Klimawandel aufmerksam machen. Verschiedene offizielle Sponsoren der Klimakonferenz sowie diverse Politiker werden auf den Plakaten parodiert und ironisch hinterfragt. Die Kunstwerke wurden von über 80 Künstlern aus 19 Ländern gestaltet.

Eine Sammlung der verschiedenen kreativen Plakate kursiert auf Twitter unter dem Hashtag #Brandalism oder können auf der Webseite der Aktivisten betrachtet werden.

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