Erde

Doha: Verhandeln & Handeln!

  • Corinna von Kürthy
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Die Un-Klimakonferenz ist eine jährlich stattfindende Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimakonvention. Ziel der Klimakonferenzen war es bislang, ein Nachfolgeregime für das Ende 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu entwickeln, welches bislang das einzige völkerrechtlich verbindliche Instrument der Klimaschutzpolitik darstellt. Auf der letzten Klimakonferenz in Durban wurde Ende 2011 beschlossen, dass sich ab 2020 alle Staaten in gleicher Weise zu Reduktionszielen verpflichten sollen und nicht, wie bisher, einzig die Industriestaaten in der Verantwortung stehen. Dieser Entscheid war damals ein bedeutender Schritt in der internationalen Klimapolitik, da nur unter Einbezug aller grossen Verursacher von Treibhausgasen der Klimawandel wirklich eingedämmt werden kann. Die diesjährige UN-Klimakonferenz findet vom 26.11-7.12.2012 in Doha/Katar statt. Ziel der Konferenz ist es:

  • Das Kyoto- Protokoll mit einer zweiten Verpflichtungsperiode zu verlängern
  • Die Reduktionsziele und Dauer der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls festzulegen
  • Bis zum Jahr 2015 ein verbindliches Klimaschutzabkommen auszuhandeln, welches 2020 in Kraft treten soll

 

Heute gab das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) bekannt, dass die Schweiz einer zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls zustimmen wird, sofern die anderen Staaten ihr Engagement bekräftigen werden und die 2011 in Durban beschlossenen Arbeiten ernsthaft vorantreiben. Die Schweiz ist bereit, ihren CO2-Ausstoss bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 20 Prozent zu senken. Würden die anderen Industrieländer vergleichbare Reduktionsziele eingehen und Entwicklungsländer ebenfalls angemessene Reduktionsschritte unternehmen, wäre die Schweiz sogar bereit, ihren Ausstoss um bis zu 30 Prozent zu reduzieren (Medienmitteilung UVEK). Die Klima-Alianz befürchtet, dass an der Klimakonferenz in Doha politische Ränkespiele ambitioniertere Schritte weiter verzögern könnten. In einer Mitteilung berichtete die Klima-Allianz, dass die Uno-Klimaverhandlungen seit fünf Jahren geprägt und zugleich gelähmt sind durch die Haltung: „Ich nicht – du auch“. Alle warten darauf, dass sich die anderen stärker engagieren. Gleichzeitig steigen die weltweiten Treibhausgasemissionen aber unaufhaltsam weiter an und die Erkenntnis wächst, dass bereits bei weniger als 2 Grad globaler Erwärmung die Auswirkungen sehr gefährlich sein werden. Es braucht also dringend mehr Länder, Regionen und Städte, welche ihre Verantwortung ernst nehmen und eine Führungsrolle übernehmen. Deshalb fordert die Klima-Allianz, dass die Schweiz die Klimapolitik viel chancenorientierter und damit ambitiöser angeht.
Man kann nur hoffen, dass die verschiedenen Nationen in Doha „engagiert“ gute Ergebnisse für unser Klima ausarbeiten werden und nicht wie in folgenden Video (BUND) angedeutet, ambitioniertere Schritte eher verzögern werden.

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Bild: DingTo [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

 

1 Kommentar

  • Hans Harald

    Ach hört doch endlich mit dieser CO2-Lüge auf. Weshalb wird es auf der Erde seit 16 Jahren nicht mehr wärmer? Gibt es vielleicht natürliche Klimatreiber welche weit mehr Einfluss haben als das CO2?

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