Distanz der Windenergieanlagen zu Wohngebäuden

  • Monika Jung
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windkraftanlageLärmbelastungen durch Windturbinen wurden bislang oft vernachlässigt und heruntergespielt. Dies ist die Meinung der Stiftung Landschaftschutz Schweiz (SL), die als Beispiele die entsprechenden Konflikte mit den Anlagen in St. Brais und Peuchapatte in den Freibergen nennt. Die Frage der Distanz der Anlagen von Wohnhäusern erweise sich aufgrund der heute mangelnden Regelung als essenziell für die bessere Akzeptanz der Windenergie in der Bevölkerung.

Die Lärmbelastungen stellen ohne Zweifel eine der Hauptkritikpunkte für die Bevölkerung dar, die in Nähe von Windpärken lebt. In der Schweiz ist diese Frage untrennbar mit der generellen Standortproblematik von Windpärken in ländlichen Gebieten des Jurabogens verbunden. Gemäss der Stiftung Landschaftschutz Schweiz sind die heute gültigen Mindestdistanzen von 300 m (aus dem Konzept Windenergie Schweiz 2004) klar ungenügend. Die meisten europäischen Länder verfügen über grössere verpflichtende Mindestdistanzen als die
Schweiz.

Die Lärmbelastungen durch Windturbinen sind aufgrund der variierenden Rhythmen und Stärken der Winde sehr unregelmässig. Die in den letzten zwei Jahrzehnten durchgeführten Studien in verschiedenen europäischen Ländern mit entsprechend langer Tradition industrieller Windkraftnutzung weisen darauf hin, dass Windpärke, die näher als 500 m von Wohngebieten stehen, stark belastend für die Bevölkerung wirken können, während ab 2000 m Distanz diese Bedenken weitgehend ausgeräumt sind.

In der Schweiz wurden diese europäischen Befunde bislang weitgehend vernachlässigt. In Peuchapatte und vor allem St. Brais wurden die Anlagen deutlich zu nahe zu den Wohngebieten errichtet. Die SL fordert die Vermeidung von Grosswindkraftanlagen unterhalb von 1000 m Distanz zu Wohngebäuden sowie die Sanierung und notfalls auch Rückbau der deutlich zu nahe gelegenen Windkraftanlagen in St. Brais und Peuchapatte. Die Präsidentin der SL, Frau Ständerätin Erika Forster, hat mit einer Interpellation in der Wintersession 2010 die Distanzfrage aufgeworfen und ist gespannt auf die Antwort des Bundesrates.

Weitere Informationen

Stiftung Landschaftschutz Schweiz (SL)

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