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Dinkel, Weichweizen und der Unterschied

  • Daniela Cervenka
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Die schier unendliche Brot-Vielfalt im Supermarkt überfordert schnell. Aus meiner Kindheit erinnere ich mich noch an die Worte meiner Mutter: „Vollkorn ist besser als Weissbrot, da es mehr wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamine enthält.“ Doch nun stehe ich vor dem Regal, betrachte das Dinkel- und Vollkornbrot und frage mich, was denn hier genau der Unterschied ist.

Entwicklung des Weizens
Wildpflanzen aus dem asiatischen Raum sind die Vorläufer unser heutigen Getreidesorten. Durch gezielte Züchtungen und Kreuzungen entstanden die heute bekannten Getreidearten wie Roggen, Weizen, Mais und Reis. Was als Dinkel, Emmer oder Weichweizen bekannt ist, sind Unterarten des Weizens.

Seit dem Ende des 19.Jahrhunderts wurden einzelne Getreidearten wie der Weichweizen systematisch weitergezüchtet, um den Ertrag zu steigern. Grundsätzlich ist an einer Ertragsteigerung nichts auszusetzen, doch durch den agrarindustriellen Anbau sind unzählige Sorten, so auch der Dinkel, fast von der Bildfläche verschwunden.  Auch in der Schweiz war diese Entwicklung spürbar. 2010 standen auf 93 Prozent der Anbauflächen Weichweizen und nur auf 7 Prozent der Flächen wurden Dinkel, Roggen oder andere kultiviert.

Back to the Roots
Bauern, in klimatisch benachteiligten Anbaugebieten, welche auf Qualität statt Quantität setzten, ist es zu verdanken dass Dinkel nicht ganz verschwunden ist. Dabei ist Dinkel ein guter Proteinlieferant, enthält einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und viele Vitamine. Ebenfalls ist der Anbau ökologischer im Vergleich zum herkömmlichen Weizen: Einerseits braucht es weniger Düngemittel, da der Dinkel ein starkes Wurzelwerk ausbildet und andernseits weniger Spritzmittel, weil der Spelz die Körner gut vor Schädlingen und Umweltgiften schützt.

Auch gesundheitlich weist Dinkel Vorteile auf. Dinkel enthält gegenüber normalem Weizen mehr Vitamine, Mineralstoffe, essentielle Aminosäuren und enthält mehr ungesättigte Fettsäuren. Auch bei einer Weizenallergie, nicht zu verwechseln mit der Zöliakie, kann Dinkel eine Alternative sein, da er ein anderes Eiweissmolekül als der Weichweizen enthält.

Zusätzliche Informationen:
Informationsbroschüre „Nährwerte des UrDinkels“ , von der IG Dinkel
Artikel „Eine Frage der Ähre“, Greenpeace Magazin
Infografik „Brotgetreide Anbau“, LID

Bild: von böhringer friedrich (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

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