KernkraftwerkMühleberg

Die wahren Kosten von Atomstrom

  • Sophie Ryser
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Atomstrom ist günstig, Strom aus Sonnenenergie teuer und nicht rentabel. So lautet die Meinung vieler Menschen. Doch stimmt das wirklich? Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hat eine Studie veröffentlicht, welche offenlegt, was Atomstrom wirklich kostet.

Für die Kostenberechnung wurde eine Laufzeit der AKWs von 50 Jahren angenommen und die bisherigen Forschungsausgaben und realistischen Eigenkapitalkosten hinzugerechnet. In verschiedenen Szenarien wurden dann die Versicherungskosten und die Kosten für die Stilllegung und Entsorgung variiert.

Das Ergebnis: Je nach Szenario kostet Atomstrom – inklusive aller versteckten Kosten – zwischen 16 und 59 Rappen pro Kilowattstunde. Das mittlere Szenario gibt 36 Rappen als „wahre“ Kosten an. Denn potenzielle Unfälle sind nicht ausreichend versichert, die Kosten für Stilllegung und Entsorgung falsch eingeschätzt und auch höhere Sicherheitsanforderungen und steigende Brennstoffkosten treiben die wahren Kosten des Atomstroms in die Höhe. Der Atomstrom deckt mit seinem heutigen Preis die Produktionskosten nicht, besagt die Studie.

Auch wenn man den niedrigsten berechneten Preis von 16 Rappen pro Kilowattstunde annimmt, ist der Strom schon heute dreimal so teuer, wie er verkauft wird. Die fehlenden 11 Rappen werden wie die Versicherungskosten von den Steuerzahlern übernommen oder – wie die Entsorgungskosten – auf die nächste Generation übertragen. Doch das heisst nicht, dass diese Kosten nicht existieren, sie belasten uns nur zum Teil nicht direkt hier und jetzt.

Im Vergleich dazu ist Strom aus Sonne und Wind schon heute billiger. Und Strom aus Wasserkraft ist es schon lange. Atomstrom dagegen hat das Potenzial, zum teuersten Strom aller Zeiten zu werden. Weiterhin auf Atomstrom zu setzen kann also auch nicht im Interesse der Konsumenten liegen, welche möglichst billigen Strom fordern.

 

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