Der Umgang mit der Lawinengefahr wird von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. © bigfoot, via pixabay.
Der Umgang mit der Lawinengefahr wird von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. © bigfoot, via pixabay.

«Umgang mit der Lawinengefahr» neu immaterielles Unesco-Kulturerbe

  • Stefanie Wermelinger
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Die Unesco hat den Umgang mit der Lawinengefahr in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingetragen. Die kollektiven Kenntnisse, Erfahrungen und Strategien zum Umgang mit dieser Naturgefahr bilden ein lebendiges Kulturerbe der alpinen Regionen, das ständig erneuert wird.

Das 13. Zwischenstaatliche Komitee für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes hat an seiner Sitzung in Mauritius, am 29. November beschlossen, den Umgang mit der Lawinengefahr auf seine repräsentative Liste aufzunehmen, berichtet der Bund.

Zusammenspiel von Wissen, Technologie und Volkskultur

Die Lawinen führten im Alpenraum zu neuen Formen des kollektiven Umgangs mit Risiken. Im Laufe der Jahrhunderte hat die alpine Bevölkerung Strategien entwickelt, um dieser Gefahr zu begegnen. Dazu gehören die Ausbildung von Suchhunden wie den bekannten Bernhardinern, Analysen der Schneedecke, die Dokumentation der Lawinen, Schutzmassnahmen für die Unterkünfte, die Ausbildung von Bergführerinnen und Bergführern oder die Weitergabe von Erzählungen. Dieses technische, gesellschaftliche und kulturelle Repertoire wird durch die Bevölkerung und durch Expertinnen und Experten ständig erneuert. Es dient dazu, Lawinen vorauszusehen, sich davor zu schützen und Opfer zu retten. Die Aufnahme in die Repräsentative Liste zeigt, dass der Umgang mit Naturgefahren nicht nur mit technischen Schwierigkeiten, sondern auch mit kulturellen Herausforderungen zu tun hat, denen jede Gesellschaft ihre eigenen Antworten entgegenbringt und an zukünftige Generationen weitergibt.

Gemeinsam: Schweiz und Österreich

Die Kandidatur wurde im März 2017 durch die Schweiz und Österreich gemeinsam eingereicht und entstand aus einer Zusammenarbeit von diversen Vereinen und Institutionen, die im Bereich des Umgangs mit der Lawinengefahr aktiv sind. Die Massnahmen zur Begleitung der Kandidatur sensibilisieren die Bevölkerung durch Ausbildungen, Informationsaustausch und Ausstellungen für die Lawinengefahr und ihre kulturelle Bedeutung.

Doch nicht nur den Umgang mit Lawinen wurde von der Unesco anerkannt. Auch der Umgang mit dem Trockenmauerbau wurde in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingetragen. Die Schweiz ist eines von vielen Ländern, welches an dieser Kandidatur beteiligt war.

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