Der WM-Ball Brazuca (© Adidas)
Der WM-Ball Brazuca (© Adidas)

Die Top 7 Ökofacts für die WM!

  • Benjamin Kämpfen
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Die Fussballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien startet! Damit Sie für jede „grüne“ WM-Diskussion bestens gewappnet sind, liefert naturschutz.ch hier die Top 7 Ökofacts für die Weltmeisterschaft:

1. WM-Maskottchen Fuleco I

Fuleco ist das WM-Maskottchen 2014. Fuleco ist eine gefährdete Art, nämlich ein „lebhaftes Gürteltier“. Wieso ein Gürteltier? Weil es sich in einen (Fuss-)ball verwandeln kann, natürlich! Im Video der FIFA zu Fuleco kommt heraus, dass es eineinhalb Jahre Arbeit und über 20 Personen gebraucht hat, bis das Maskottchen fertig war. Fuleco ist übrigens eine Wortschöpfung aus Fussball (Futbol) und Ökologie (ecologia) – das verspricht ja viel für eine grüne WM!

2. WM-Maskottchen Fuleco II

Jetzt wird’s wissenschaftlich: Fuleco ist genau genommen ein in Brasilien endemisches Nördliches Kugelgürteltier, mit wissenschaftlichem Namen Tolypeutes tricinctus. Erst in den Neunziger Jahren wurde diese Art wieder entdeckt, nachdem sie vorher während rund 20 Jahren als verschollen oder ausgestorben gegolten hat. Wegen der Seltenheit der Art haben Wissenschaftler in der Zeitschrift Biotropica die FIFA aufgefordert, für jedes an der WM gefallene Tor 1’000 Hektaren Gürteltier-Lebensraum unter Schutz zu stellen. Fallen gleich viele Tore wie an der WM in Südafrika (145), entspräche dies 1’450km2 oder etwa der zweifachen Fläche der Stadt Zürich. Ob die FIFA bis jetzt auf diese Forderung reagiert hat, konnte nicht herausgefunden werden.

3. WM-Ball Brazuca

Der offizielle Spielball der WM heisst Brazuca und wird von Adidas hergestellt. „Brazuca beschreibt umgangssprachlich das brasilianische Lebensgefühl, das wie der brasilianische Fussball für Emotionen, Stolz und Herzlichkeit steht“ (FIFA). Das brasilianische Lebensgefühl wird vielleicht etwas dadurch getrübt, dass eine Greenpeace-Untersuchung im WM-Ball und in zahlreichen anderen Sportprodukten verschiedene Umweltgifte fand. Immerhin: Rechtzeitig auf die WM hin hat sich Adidas auf einen Fahrplan zur Entgiftung der Produktion verpflichtet.

4. FIFA kompensiert CO2-Emissionen der Fans

Die FIFA kompensiert die CO2-Emissionen der Anreise von 50’000 Ticketinhabern. Für die Ticketinhaber fallen keine Kosten an. Falls Sie also im Besitz von WM-Tickets sind, können Sie sich hier anmelden und damit das schlechte Gewissen wegen der langen Flugreise etwas verringern.

5. CO2-Emissionen

Apropos CO2: Die Weltmeisterschaft soll rund 2.7 Millionen Tonnen CO2 verursachen. Dies entspricht rund dem Ausstoss von einer halben Millionen Schweizerinnen und Schweizer während einem Jahr.

6. Arena da Amazonia

Die Spielstätte in Manaus (wo die Schweiz gegen Honduras spielt) wurde heftig kritisiert. Das Stadion kostet rund 270 Millionen Franken und bietet Platz für genau 39’118 Zuschauer. Das Problem: Das Stadion wird nach der WM nicht mehr gebraucht. Die lokalen Meisterschaftsspiele interessieren jeweils nur wenige hundert Zuschauer, der jährliche Unterhalt wird aber über 2.5 Millionen kosten… Übrigens: Achten Sie beim Schweizer Spiel auf Dach und Fassade des Stadions, welche „einem typischen Strohhut der Region nachempfunden ist“ (FIFA).

7. Amazonas

Nur so nebenbei: In Brasilien leben nicht nur talentierte Fussballer, sondern das Land ist auch reich an Naturschätzen. Zu den Besonderheiten gehört das Amazonasgebiet, wo sich auch der WWF Schweiz seit Jahren engagiert. Hier liegt der grösste verbliebene Regenwald der Erde und rund zehn Prozent der weltweiten Arten sind hier zu finden!

Zum Schluss noch zwei praktische Tipps für eine grünere WM: Trinken Sie ein lokal gebrautes Bier zum Match und lassen Sie den Fernseher nach dem Schlusspfiff nicht auf Standby laufen. Viel Spass!

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