© Schweizerische Vogelwarte
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Die neue Pflegestation der Vogelwarte Sempach ist bereit

  • Kathrin Ruprecht
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Das neue Besuchszentrum der Schweizerischen Vogelwarte Sempach steht kurz vor der Eröffnung. Bereits dort eingezogen ist die Pflegestation für Wildvögel. In den grossen und modern ausgerüsteten Räumlichkeiten kümmern sich Tierpflegerinnen um verletzte oder von ihren Eltern verlassene Vögel. Über tausend solche Pechvögel werden alljährlich in die Pflegestation der Vogelwarte eingeliefert.

Seit mehr als 50 Jahren greift die Schweizerische Vogelwarte in ihrer Pflegestation verletzten, geschwächten oder von ihren Eltern verlassenen Vögeln unter die Flügel. Seit 1967 wurden hier beinahe 26’000 Patienten von 235 verschiedenen Arten entgegen genommen, berichtet die Vogelwarte. In den letzten Jahren kümmerte sich eine ausgebildete Pflegeequipe alljährlich um rund tausend Wildvögel von mehr als 70 Arten. Die Zahl der Patienten nimmt ständig zu. Der Umzug in die grösseren und zweckdienlich eingerichteten Räumlichkeiten des neuen Besuchszentrums wird diesem wachsenden Bedürfnis gerecht.

Vom gewöhnlichen Sperling bis zum seltenen Kiebitz: Alle Wildvögel erhalten in der Pflegestation erste Hilfe und eine geeignete Unterkunft, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. „Manche Vögel sind so fest verletzt, dass wir sie ins Tierspital der Universität Zürich bringen müssen, mit dem wir intensiv zusammenarbeiten“, führt Vreni Mattmann, Leiterin der Pflegestation, aus. „Zudem pflegen wir engen Kontakt und Wissensaustausch mit 70 weiteren Wildvogelpflegestationen in der Schweiz.“

Viele der Patienten sind Opfer des Strassenverkehrs, haben einen Kollision mit einer Glasscheibe hinter sich oder wurden von Katzen verletzt. Die Mehrheit bilden aber verwaiste Jungvögel. Dabei gibt Mattmann zu bedenken: „Grundsätzlich sollte man Jungvögel dort lassen, wo man sie findet. Wenn ein Jungvogel unmittelbar gefährdet ist, kann man ihn aufheben und in ein nahe gelegenes Gebüsch setzen. Seine Eltern werden ihn dort weiter füttern.“ Ein Jungvogel gehört erst dann in eine Pflegestation, wenn er verletzt ist oder während mehr als einer Stunde nicht von seinen Eltern betreut wird.

Mehr Informationen über die Vogelpflege finden Sie hier.

 

 

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