Die Nagra hängt am Tropf der AKW-Betreiber

  • Eliane Küpfer
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Der Bundesrat hat das Entsorgungsprogramm für radioaktive Abfälle der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) gutgeheissen. Die AKW Betreiber sind per Gesetz dazu verpflichtet den Behörden alle fünf Jahre ein entsprechendes Programm vorzulegen. Für das nächste, im Jahr 2016 einzureichende Entsorgungsprogramm hat der Bundesrat verschiedene Auflagen verfügt. Doch damit ist es noch nicht getan, schreibt die Schweizerische Energiestiftung (SES).

Das Konzept der Tiefenlagerung sei unausgereift, denn „Wir brauchen eine Lösung für den Atommüll“, sagt Sabine von Stockar, SES-Projektleiterin. Am Tiefenlagerungskonzept bleiben zu viele technische Fragen offen und Langzeitfragen werden nicht angemessen berücksichtigt. „Genau die Problematik des schier endlosen Zeitraumes liegt in der Natur der Sache von radioaktivem Material und ist deshalb von zentraler Bedeutung für die Sicherheit von Mensch und Umwelt. Eine Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Lösung reicht dabei nicht“, so von Stockar.

Die SES sieht zudem nach wie vor erhebliche Mängel im Entsorgungsprogramm der Nagra und im aktuellen Verfahren. Insbesondere weil die Nagra die Bevölkerung über die ganze Thematik nicht so umfänglich informiert, wie es das Entsorgungsprogramm vorsieht. Auch gibt es noch kein Lagerkonzept, obwohl dies für die Sicherheit eines Lagers entscheidend ist.

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES fordert vom Bundesrat, sich mit dieser Lösung nicht zufrieden zu geben, und eine Entflechtung zwischen Nagra und AKW-Betreibern anzustreben.

Bild: Christian Fischer [Public domain], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen

 Ausführlichen Stellungnahme der SES

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