Fabriken mit grossem CO2 Ausstoss
Die Klimakonferenz hat gute und wichtige Richtlinien festgelegt. © Pixource, via pixabay.

Klimakonferenz bringt ein Problem für die Schweiz

  • Redaktion Naturschutz
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Die 24. Klimakonferenz in Katowice ist zu Ende. Viele wichtige Beschlüsse wurden getroffen, um das Klimaübereinkommens von Paris umzusetzen. Beim Handel mit Klimazertifikaten wurden jedoch keine Richtlinien festgelegt – für die Schweiz eine schwerliegende Lücke.

Das an der COP 24 Klimakonferenz verabschiedete Regelbuch beinhaltet gute und wichtige Schritte. Der Handel mit Klimazertifikaten, ein wichtiger Punkt für die Schweiz, ist allerdingt nicht geregelt worden. Der WWF Schweiz fordert nun, dass die Schweizer Politik auf diese Zertifikate verzichtet und stattdessen den Klimaschutz im Inland weiter fördert.

Schweizer Politik ist gefragt

Das Pariser Klimaabkommen ist die Verfassung für den globalen Klimaschutz. Die Bestimmungen werden im Regelbuch konkretisiert, das jetzt in Katowice verabschiedet wurde. Mit dem Ergebnis lässt sich aus WWF-Sicht gut arbeiten. Ausgerechnet ein Kapitel bleibt jedoch offen: die Regeln für den umstrittenen Handel mit Klimazertifikaten. Die Schweiz setzt als eines von wenigen Ländern sehr stark auf diese Zertifikate, statt den Erdöl- und Erdgasverbrauch im eigenen Land zu reduzieren. «Die Gefahr ist grösser denn je, dass wir keine oder völlig unbrauchbare Regeln für den Handel mit Zertifikaten haben werden», sagt Manuel Graf, Leiter Politik beim WWF Schweiz. «Die Schweizer Politik muss jetzt Konsequenzen ziehen und im neuen CO2 Gesetz auf solche Scheinreduktionen mit Zertifikaten verzichten. Sie sollte besser auf Klimaschutz im Inland setzen und damit in lokales Gewerbe, in Arbeitsplätze und Schweizer Innovation investieren.»

«Insgesamt hat die Konferenz die Erwartungen mit dem guten Regelbuch erfüllt», sagt Manuel Graf. Zweifelhaft bleibt allerdings auch nach Katowice, ob alle Länder ihre Ambitionen bis zum nächsten «Kassensturz» im Jahr 2020 ausreichend steigern. Die Schweiz hat gerade das Gegenteil getan, nachdem die SVP und die FDP im Nationalrat den Klimaschutz in den vergangenen zwei Wochen an die Wand gefahren haben. Daran ändert auch die gute Arbeit der Schweizer Delegation an der COP nichts.

EU strebt ehrgeiziges Ziel an

Immerhin gab es neben den Verhandlungen positive Schlagzeilen: Die EU-Kommission hatte angekündigt, bis 2050 ihre Emissionen netto auf null zu senken. Bis dann will auch Maersk, der grösste Containerreeder der Welt, klimaneutral unterwegs sein. 1000 institutionelle Investoren mit Anlagen von 8 Billionen $ haben ihren Rückzug aus fossilen Industrien verkündet. Und eine grosse Ländergruppe von Fiji bis Deutschland, von Äthiopien bis Grossbritannien hat versprochen, ihre Klimaziele zu erhöhen.

Manuel Graf kommentiert: «Am meisten kann jedes Land für die weiteren Verhandlungen und den globalen Klimaschutz tun, indem es mit gutem Beispiel vorangeht. Indem es zeigt, dass sich der rasche Ausstieg aus den fossilen Energien in jeder Beziehung lohnt.»

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1 Kommentar

  • Rolf Kunz, Dübendorf

    Es ist höchste Zeit, dass die Schweizer bei den nächsten Wahlen der bürgerlichen Arroganz ein Ende setzen.

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