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Die Groppe ist Fisch des Jahres 2014

  • Sophie Ryser
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Die Groppe ist Fisch des Jahres 2014. Wie kaum ein anderer Fisch reagiert die Groppe sensibel auf den Zustand der Bäche und Flüsse. Mit dieser Nominierung will der Schweizerische Fischerei-Verband zur Renaturierung der Gewässer in der Schweiz auffordern.

Die Groppe lebt in Bächen und Flüssen (zum Teil auch Seen) im Einzugsgebiet von Rhein, Rhone und Po. Es ist also eine Fischart, die in der Schweiz stark verbreitet ist. Typisch am kleinen Fisch sind der grosse Kopf, die glatte, schuppenlose Haut und die markanten Flossen.

Wie kaum ein Fisch sind Groppen schlechte Schwimmer, weil ihre Schwimmblasen degeneriert sind. Die Fortbewegung erfolgt über eine Art „Hüpfen“. Dabei folgt die Groppe dicht dem Grund von Flüssen und Bächen. Sie ist darauf angewiesen, dass sie hinter Steinen oder Totholz jederzeit in Deckung gehen kann. Nur so kann sie sich vor Strömungen oder Fressfeinden schützen. Dank guter Tarnung ist die Groppe eine Meisterin im Verstecken.

Die grössten Feinde der Groppen sind künstliche Uferverbauungen und begradigte Bäche und Flüsse. Einerseits fehlen in monotonen, begradigten Fliessgewässern die natürlichen Lebensgrundlagen (Substrat). Anderseits ist die Groppe nicht in der Lage, Dämme, Querbauten oder andere Wanderhindernisse zu überwinden. Das ist fatal, weil die Groppe wie die meisten Fischarten aufsteigt und sich in verschiedene Gewässerabschnitten (zum Beispiel zum Laichen) verschieben muss. Ohne diese Möglichkeit sinkt die genetische Vielfalt und die Neubesiedlungen von Gewässern wird verunmöglicht.

Mit andern Worten: Nur wenn die Gewässerräume in natürlichem Zustand oder renaturiert sind, hat die Groppe den für sie unverzichtbaren Lebensraum. Daraus folgert Samuel Gründler, Biologe beim Schweizerischen Fischerei-Verband: „Dort, wo es Groppen gibt, stimmt der Lebensraum im und am Gewässer, dort wo es keine gibt, ist der Gewässerraum nicht okay. “ Für den Schweizerischen Fischerei-Verband ist deshalb die Groppe eine natürlich Botschafterin für gesunde Gewässer. „Statt sich im Gewässerschutz gegenseitig zu blockieren, müssen wir endlich dafür sorgen, dass in Sachen Revitalisierung ein Ruck durch das Land geht“, sagt Roland Seiler, Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes.

Medienmitteilung Schweizerischer Fischerei-Verband

Bild: Hans Hillewaert [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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