Trash_containers

Die Erde ertrinkt im Müll

  • Sophie Ryser
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Täglich produziert die Weltbevölkerung geschätzte 3,5 Millionen Tonnen Müll. Wenn das so weitergeht, wäre 2025 eine 5000 Kilometer lange Kolonne von Müllautos nötig, um die gewaltigen Mengen abzutransportieren. Und wenn sich an unserem Verhalten nichts ändert, wird die Menschheit im Jahr 2100 täglich 11 Millionen Tonnen Abfall produzieren. Dies schreiben Forscher um Daniel Hoornweg im Fachjournal „Nature“.

Bereits heute sind die Auswirkungen auf unseren Planeten enorm. Dazu gehört zum Beispiel der gigantische Müllstrudel im Pazifik, in welchem haufenweise Tiere ihr Leben lassen. Die Forscher fürchten, dass die Abfallmengen in den Meeren noch verdreifacht werden könnten. Denn der Anstieg der Müllproduktion ist höher als bei anderen umweltschädlichen Faktoren wie den Treibhausgasen.

Im Moment produzieren die Industrieländer, also Europa und Nordamerika, die grössten Abfallmengen. Diese Menge sollte sich aber in einigen Jahrzehnten verringern, hauptsächlich wegen des geringeren Bevölkerungswachstums und verbesserter Technik. Ansonsten wachsen in Regionen mit hohem Wirtschaftswachstum, wie zum Beispiel in China, die Müllmengen am stärksten an. Zudem produzieren Menschen in der Stadt zwei- bis viermal so viel Abfall wie jene auf dem Land. Wegen der zunehmenden Verstädterung werden auch dadurch die Müllmengen erneut steigen.

Es gibt aber auch bereits gute Vorbilder. Die Stadt San Francisco in den USA hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Müll bis 2020 auf null zu reduzieren. Momentan werden bereits 55 Prozent aller Abfälle recycelt oder wiederverwertet. Und auch in der japanischen Stadt Kawasaki wurden industrielle Prozesse so verbessert, dass jährlich 565’000 Tonnen Müll gespart werden. Auch allgemein ist Japan ein gutes Vorbild. Denn durchschnittlich produziert ein Japaner einen Drittel weniger Müll als ein durchschnittlicher Amerikaner, obwohl das Bruttoinlandprodukt ähnlich hoch ist. Mit Technik, Aufklärung und ein wenig Verzicht könnte also schon viel bewirkt werden.

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Bild: Hyena [Public domain], via Wikimedia Commons

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