Gelbbrustkapuziner, Affe

Die Affen rasen durch den Wald

  • Nora Kieselbach
  • -

Im Zürichbergwald oberhalb der Stadt Zürich ist der Affe los: Am Montagnachmittag sichtete eine Spaziergängerin einen mittelgrossen Primaten mit langem Schwanz, der vor ihr über den Weg rannte und schliesslich einen Baum hochkletterte, wie der Beobachter Natur berichtete.

Gesehen wurde das Tier angeblich oberhalb des Irchels, in der Nähe der Universität Zürich-Irchel und des Tierspitals. Beim Tierspital wusste man jedoch von keinem ausgebüxten Affen. Erst eine Nachfrage beim Zoo Zürich brachte schliesslich Klarheit: Direktor Alex Rübel bestätigte, dass ein Affe aus dem Zoo entwichen sei. Es handle sich um einen jungen Gelbbrust-Kapuzineraffen, der wahrscheinlich in den Graben des Geheges gefallen und dann türmen konnte.

Kelso, so heisst der junge Ausbrecher-König, ist rund 25 cm gross und 1 kg schwer. Der Zoo geht davon aus, dass sich der Affe immer noch in der Nähe des Zoos aufhält. Gelbbrust-Kapuzineraffen stammen aus Brasilien und werden im Rahmen eines Zuchtprogramms für diese sehr seltene Affenart gehalten. Alle Tiere sind Eigentum der brasilianischen Naturschutzbehörde IBAMA und werden in Europa mit dem Ziel in Zoos nachgezüchtet, diese in Gruppen bald wieder in den Regenwäldern Brasiliens auszusiedeln. Gelbbrust-Kapuzineraffen sind Allesfresser und verwenden zum Beispiel Steine, um Nüsse zu knacken. Auf dem Zürichberg hat Kelso eigentlich nur Füchse und Marder zu fürchten; Nahrung gäbe es genug.

Meldungen über den Verbleib des Tiers nimmt der Zoo Zürich (Tel. 044 254 25 00 oder 077 421 19 03) gerne entgegen. Falls ihr Kelso antreffen solltet, fasst ihn bitte nicht an, sondern wartet in der Nähe, bis ein Mitarbeiter des Zoos eintrifft.

Weitere Informationen

Zoo Zürich

Bild: albinfo [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

Beitrag kommentieren