Deutschlands Biobauern setzen Zeichen gegen Gentechnik

  • Redaktion Naturschutz
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In Deutschland stellten Bioland-, Naturland- und Demeter-Bauern über 25'000 Feldschilder auf: „Wir arbeiten ohne Gentechnik!“ „Wir wollen der Bevölkerung deutlich machen, auf welchen Ackerflächen Gentechnik keine Chance hat“, sagt dazu Thomas Dosch von Bioland.
In Deutschland ist die Gentechnik in den Startlöchern: Dieses Jahr durften die Bauern erstmals 25.5 Tonnen Gentech-Mais aussäen. Doch sind auch in Deutschland die Gegner der Gentechnologie zahlreich: ein Versuchsfeld mit genmanipuliertem Weizen der Firma Syngenta wurde von Greenpeace-Aktivisten unbrauchbar gemacht.
Weiterhin lehnen rund 70 Prozent der Verbraucher die Gentechnik bei Nahrungsmitteln ab. Doch mit dem neuen Gentechnikgesetz in Deutschland, das ab 18. April in Kraft tritt, soll der Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen grundsätzlich ermöglicht werden. Neu müssen Zutaten in Lebensmitteln mit einem Anteil von mehr als 0,9 Prozent gentechnisch veränderter Organismen EU-weit gekennzeichnet werden. Fleisch, das mit Hilfe gentechnisch veränderter Futtermittel erzeugt wurde, muss aber keinen Hinweis tragen.
Das neue Gentech-Gesetz genügt laut Demeter-Geschäftsführer Peter Schaumberger nicht: „Der Gesetzgeber muss auch in Zukunft ermöglichen, dass biologisch und konventionell arbeitende Bauern gentechnikfrei produzieren können“, sagt er. Dies könnten die bisher vorgesehenen Regelungen nicht sicher stellen. Wichtig seien klare Vorschriften, welche Schutzvorkehrungen Landwirte treffen müssen, die Gentechnik einsetzen, sowie ein Reinheitsgebot für Saatgut.
Mittlerweile haben bundesweit biologisch und konventionell wirtschaftende Bauern gemeinsam zahlreiche „gentechnikfreie Zonen“ ausgerufen.

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