Deutschland: Amselsterben geht zurück

  • Stefanie Pfefferli
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Nachdem in den Sommermonaten auffallend viele tote Amseln gefunden wurden, die das in Deutschland bisher unbekannte Usutu-Virus in sich trugen, rechnet der NABU nun mit einem Abklingen der Epidemie. „Zumindest für dieses Jahr dürfte das Amselsterben ein Ende haben“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow in der aktuellen Medienmitteilung der Organisation. Überträger der aus Afrika stammenden Krankheit seien ausschliesslich Stechmücken. „Solange uns der Herbst noch milde Temperaturen bescherte, musste daher mit weiteren Fällen gerechnet werden. Doch mit dem Einzug winterlicher Kälte sind kaum noch Stechmücken unterwegs, die Vögel infizieren könnten“, so Nipkow.

Aufmerksame Vogelfreunde hatten dem NABU mehr als 700 tote Amseln mit Verdacht auf eine Usutu-Infektion gemeldet. Die meisten Funde stammten aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen. Etliche der toten Vögel wurden zur veterinärmedizinischen Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg geschickt. In rund 60 Prozent der Fälle konnten die Erreger nachgewiesen werden, die in Europa erstmals vor zehn Jahren in Wien auftraten. Damals starben auch dort hauptsächlich Amseln. Das nach einem Fluss im südlichen Afrika benannte Usutu-Virus ist für Menschen weitgehend harmlos, betroffen sind vor allem Vögel. „Bei den meisten Arten verläuft die Krankheit ohne äussere Symptome. Infizierte Amseln zeigen jedoch struppiges Gefieder im Hals- und Kopfbereich, oft mit heller Verfärbung, apathisches Verhalten und Bewegungsstörungen“, erklärt Nipkow. Wie viele der Vögel auch daran sterben, sei bisher unbekannt.

Der NABU wird die weitere Entwicklung im Auge behalten, denn mit Usutu-Infektionen sei auch im kommenden Jahr zu rechnen. In Österreich und anderen Ländern hat sich gezeigt, dass innerhalb weniger Jahre eine Immunisierung der Vögel einsetzt. Dann könnten sich die Bestände wieder erholen. Schätzungen, wie viele Amseln der Usutu-Epidemie zum Opfer gefallen sind, gehen von einigen 100.000 Vögeln aus.

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Bild: Verein Naturnetz

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