Gelbbauchunke1

Deutscher Lurch des Jahres braucht auch hier Schutz

  • Sophie Ryser
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Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat die Gelbbauchunke zum Lurch des Jahres 2014 ernannt. Die Wahl wird dabei von der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch) unterstützt sowie auch von den Kooperationspartnern NABU und BUND, von der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) und dem Nationalmuseum für Naturgeschichte in Luxemburg.

„Mit der Wahl der seltenen Gelbbauchunke wollen wir eine bedrohte und durch Aussehen und Verhalten ungewöhnliche Amphibienart in den Blickpunkt rücken. Der Froschlurch des Jahres hat vielerorts seine natürlichen Lebensräume durch menschliches Tun weitgehend verloren, findet aber Ersatzbiotope in Abbaugruben (z.B. Kiesgruben) und auf militärischen Übungsplätzen“, erklärt DGHT-Vizepräsident Dr. Axel Kwet. Dennoch steht es nicht gut um die Gelbbauchunke. Zwar ist die Art, allen Unkenrufen zum Trotz, europaweit nicht vom Aussterben bedroht, doch gilt sie in Deutschland als stark gefährdet. Auch in der Schweiz ist die Art gefährdet, regional sogar stark gefährdet.

Die Gelbbauchunke besitzt zwei ganz unterschiedliche Seiten: Von oben erscheint sie durch die dezent graubraune bis lehmgelbe Rückenfärbung als graue Maus, von unten ist sie durch ihren individuell gelb-schwarz gemusterten Bauch einer der auffallendsten Froschlurche, der mit seinen herzförmigen Pupillen auch sofort sympathisch wirkt. Eine lebensrettende Strategie der kaum 4–5 cm langen Unke ist es, Feinde durch das plötzliche Zeigen der plakativ gefärbten Unterseite zu erschrecken. Das eigenartige Abwehrverhalten, bei dem sich die Unke in einer Kahnstellung „nach oben biegt“ und so leuchtend gelbe Körperpartien präsentiert, wird Unkenreflex genannt. Auch der Unkenschnupfen hängt mit der Feindabwehr zusammen, denn die giftigen Sekrete der Tiere sind schleimhautreizend und können beim Menschen schnupfenähnliche Reaktionen auslösen.

„Die besten Lebensräume der Gelbbauchunke sind flache, sonnenexponierte Kleingewässer im waldnahen Offenland, die sich leicht erwärmen und eher vegetationsarm sind“, erläutert der Sprecher der AG Feldherpetologie und Artenschutz der DGHT, Richard Podloucky. Überschwemmungsgewässer, Quelltümpel oder dynamische Bachkolke entlang von Fliessgewässern bildeten früher die natürlichen Laichgewässer der Art, heute werden in unserer Kulturlandschaft bevorzugt Sekundärbiotope wie wassergefüllte Fahrspuren und Kleingewässer im Wald genutzt. Zu den wichtigsten Schutzmassnahmen zählen die regelmässige Pflege vorhandener Laichgewässer und deren Wiederherstellung bei Verlandung, aber auch die Neuanlage von Kleingewässern und Vernetzung der Lebensräume.

Pressemitteilung DGHT

karch: Gelbbauchunke

Bild: Christoph Leeb [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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