© ponte1112 [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Der Zustand der Umwelt im Kanton Zürich

  • Roman Vonwil
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Der neueste Umweltbericht des Kantons Zürich, der nun vom Regierungsrat veröffentlicht wurde, orientiert über den aktuellen Zustand einzelner Umweltbereiche wie Luft, Boden oder Gewässer. Er zeigt unter anderem, dass die Abwasserreinigung und Abfallverwertung verbessert wurden und der CO2-Austoss reduziert werden konnte. In anderen Bereichen brauche es noch grössere Anstrengungen.

Der Bericht zeigt altbekannte und neue Herausforderungen auf, weist aber auch auf positive Veränderungen hin. Um die Umweltsituation stetig zu verbessern, hatte sich der Regierungsrat Ziele gesetzt. Im Bericht wird aufgezeigt, ob und wo diese Ziele erreicht worden sind.

Der Kanton Zürich ist als Wohn- und Wirtschaftsstandort sehr gefragt, was zu einem hohen Ressourcenverbrauch und einem hohen Verkehrsaufkommen führt. Der Druck auf die Umwelt ist in den vergangenen Jahren nicht kleiner geworden. Eine Folge dieser Entwicklungen ist die hohe Lärmbelastung der Bevölkerung. Es gibt aber auch Lichtblicke: Trotz Verkehrswachstum hat sich die Luftqualität dank der verbesserten Abgastechnologien bei Fahrzeugen leicht verbessert. Die Grenzwerte für Stickstoff, Feinstaub und Ozon werden jedoch immer noch zu oft überschritten.

In Bereichen, die durch technische Lösungen verbessert worden sind, wie beispielsweise die Abfallverwertung oder die Abwasserreinigung, konnten weitere Erfolge erzielt werden. So wurden neue Verfahren bei der Reinigung von Abwasser getestet, und zum Teil bereits erfolgreich eingeführt, die unerwünschte Stoffe wie Pflanzenschutzmittel oder Medikamentenrückstände besser entfernen. Zudem trugen strengere Vorschriften bei Bautätigkeiten, z.B. bei der Verschiebung von belastetem Bodenmaterial dazu bei, Umweltprobleme zu vermindern.

Der Klimawandel ist eine der grössten globalen Herausforderungen. Eine Trendwende ist jedoch nur möglich, wenn auch lokal gehandelt wird. Der Kanton Zürich hat sich deshalb das Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoss pro Kopf zu reduzieren. Erfreulicherweise stimmt die Richtung: Dank verbesserter Energieeffizienz (z.B. von Fahrzeugen) und vermehrtem Einsatz von erneuerbaren Energien beim Wärmebedarf von Gebäuden, konnte der Pro-Kopf-Ausstoss von CO2 seit 1990 um eine Tonne auf aktuell 5 Tonnen gesenkt werden.

Auch wenn der Ausstoss von CO2 in den nächsten Jahrzehnten verringert werden kann, wird der Klimawandel stattfinden – wenn auch weniger ausgeprägt. Der Kanton Zürich verfolgt deshalb eine Doppelstrategie: Neben einer Reduktion des CO2-Ausstosses braucht es auch Massnahmen in verschiedenen Bereichen, um gegen die Auswirkungen des Klimawandels besser gewappnet zu sein. So werden beim Hochwasserschutz Extremereignisse berücksichtigt, der kantonale Trinkwasserverbund verhindert Engpässe während Hitzeperioden und ein naturnaher, mit verschiedenen Baumarten ausgestatteter Wald ist gegenüber Klimaänderungen besser gewappnet.

Aufgrund der Nutztierhaltung in der Landwirtschaft sowie durch Abgase von Motorfahrzeugen ist die Menge an Stickstoff, die über die Luft in die Böden gelangt, hoch geblieben. Dieser Stickstoffeintrag kommt einer Düngung gleich und lässt die Waldböden versauern und die Bäume gegenüber Sturmschäden oder Schädlingsbefall anfälliger werden. Auch artenreiche Biotope wie Moore oder Trockenwiesen leiden unter der unerwünschten Düngung aus der Luft. Nährstoffliebende Pflanzen breiten sich aus und verdrängen Arten, die auf nährstoffarme Biotope angewiesen sind.

Die einheimische Artenvielfalt ist erneut zurückgegangen. Viele Bestände haben weiter abgenommen oder sind zu klein, um ein langfristiges Überleben zu sichern. Weil der Raum im Kanton intensiv genutzt wird, gehen Biotope für spezialisierte Arten verloren. Zwar führen Naturschutzmassnahmen (z.B. Pflege und Aufwertung von Moor- und Riedflächen) punktuell zu Erfolgen, sie vermögen den Verlust der Artenvielfalt und die weitere Ausbreitung von «Allerweltsarten» jedoch nicht zu stoppen.

1 Kommentar

  • Christine Dobler Gross

    Wie sehen denn die grösseren Anstrengungen nun ganz konkret aus, damit das Ziel, dass die Artenvielfalt nicht weiter schrumpft, erreicht werden kann? Es ist eine Interessensabwägung, ob das möglich ist, und nicht eine unabwendbare Tatsache, dass die Düngung aus der Luft in dem Masse weitergeht usw.

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