Der Wolf in Goms darf leben!

  • Eliane Küpfer
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Die Emotionen kochten hoch in den letzten Tagen: während viele Wolf-LiebhaberInnen ein Dèja-vu erlebten, verkündeten die Medien immer wieder den baldigen Abschuss des Wolfsmännchens M35. Doch wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) mitteilt, war der Herden- schutz mangelhaft, weshalb es einem Abschuss des Wolfs im Goms nicht zustimmt.

Die Schafe wurden laut BAFU im einen Fall auf einer nicht fachge- recht eingezäunten Weide und im anderen Fall über mehrere Tage beim freien Weidegang in einer nicht schützbaren Waldweide gerissen. Das Konzept Wolf des Bundes erlaubt den Abschuss eines Schaden stiftenden Wolfes nur, wenn die Schafbesitzer in einer Region mit Wolfspräsenz die zumutbaren Präventionsmass- nahmen ergriffen haben.

Die Analyse des BAFU zeigt zudem, dass die Kooperationsbereitschaft der Schafhalter im Goms wächst, dass aber deren Beratung durch die zuständigen kantonalen Stellen nicht genügte. Das BAFU stellt den Kantonen über die AGRIDEA, die zuständig ist für die nationale Koordination des Herdenschutzes, die nötigen Informationen zur Verfügung und unterstützt Massnahmen durch finanzielle Mittel. Andererseits fühlt man sich beispielsweise im Kanton Graubünden alleine gelassen beim Herdenschutz, schrieb die NZZ vor einigen Tagen. Das Konzept des Bundes sei nicht ausreichend und zudem fehle es an finanziellen Mitteln vom Bund.

Der Herdenschutz ist gemäss dem Konzept Wolf des Bundes zentrale Voraussetzung, um in der Schweiz eine Schafhaltung mit Wolfspräsenz zu ermöglichen. In den meisten Kantonen, in denen sich Wölfe aufhalten, wurden die nötigen Massnahmen er- griffen und die Schäden an Nutztieren minimiert. Im Kanton Wallis zeigen sich jedoch Mängel in der Beratung und Umsetz- ung des Herdenschutzes. Das BAFU wird in diesem Bereich – auch im Hinblick auf die Sömmerungssaison – zusammen mit den Beteiligten Verbesserungsmöglichkeiten suchen.

Bild: Warsocket [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

NZZ Herdenschutz

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