© Marcel Burkhardt
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Der Wiedehopf wird zum Atlas-Vogel

  • Nicole Wabersky
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Es ist entschieden: Der Wiedehopf soll auf das Cover des neuen Brutvogelatlas 2013–2016. Damit ehrt die Bevölkerung einen Vogel, der über Jahrzehnte hinweg immer seltener wurde. Dank gezielter Unterstützung kam es in den letzten Jahren wieder zu Bruten im Mittelland. Ob das Comeback des Wiedehopfs glückt, wird der neue Brutvogelatlas zeigen.

Knapp 2800 Personen sind dem Aufruf der Vogelwarte Sempach gefolgt und haben für ihren Favoriten unter den Brutvögeln online abgestimmt. Mit rund einem Zehntel der Stimmen gewann der Wiedehopf den Wettbewerb vor dem Rotmilan und dem Mauerläufer.

Der Wiedehopf hat ein bewegtes Jahrhundert hinter sich. Noch in den Fünfzigerjahren brütete er häufig in den Hochstamm-Obstgärten des Mittellandes. Mit der fortschreitenden Rodung der alten Obstbäume verschwand auch der Vogel mit der auffälligen Federhaube. In der Folge zog er fast nur noch in den Kantonen Wallis, Tessin und Graubünden seine Jungen auf.

Damit bekam der Wiedehopf einen festen Platz auf der Roten Liste der Schweizer Brutvögel. Deshalb begann die Vogelwarte Sempach um die Jahrtausendwende, im Wallis gezielte Fördermassnahmen für den Wiedehopf umzusetzen. In der Folge nahm sein Bestand zu. Heute brütet die Art vereinzelt auch wieder nördlich der Alpen.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklungen bleibt der Wiedehopf auf die Unterstützung engagierter Vogelfreunde angewiesen. Findet er künftig reichlich Baumhöhlen und Nischen zum Brüten sowie genug Futter für sich und seine Jungen, steht einer weiteren Ausbreitung nichts im Weg.

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