Nicht so sauber wie ihr Ruf – der Swiss Litter Report zeigt die schmutzige Seite der Schweiz. © STOPPP
Nicht so sauber wie ihr Ruf – der Swiss Litter Report zeigt die schmutzige Seite der Schweiz. © STOPPP

Schmutzige Schweiz: Der «Swiss Litter Report» ist da!

  • Redaktion Naturschutz
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Die Schweiz gilt als sehr sauberes Land. Doch hat dieses Klischee auch eine wissenschaftliche Grundlage? Mit dem neuen Swiss Litter Report liegen erstmals umfangreiche Daten zur «Schmutzigkeit» der Schweiz vor. Und die sehen nicht ganz rosig aus.

Der Swiss Litter Report ist die umfagreichste bisher durchgeführte Erhebung von Littering-Abfällen an den wichtigsten Gewässern der Schweiz. Speziell ausgebildete freiwillige «Citizen Scientists» führten die Erhebungen durch und reinigten dabei gleich noch die untersuchten Uferabschnitte (naturschutz.ch berichtete).

Die Aktion dauerte über ein Jahr und qualifiziert sich als eines der grössten Citizen Scientist-Projekte zu diesem Thema in Europa. Begleitet wurde das Projekt von Studienleiter Pascal Blarer – M.Sc. Sustainable Development, mit Publikationen im Bereich  Plastikverschmutzung, und von der Organisation STOPPP, mit der Unterstützung des WWF und Hammerdirt.

Keine reine Weste für die Schweiz

Über 150 speziell ausgebildete Freiwillige sammelten in 1’052 Erhebungen an 112 Standorten insgesamt 95’971 Abfallgegenstände . Die Abfälle wurden minutiös gezählt, kategorisiert und anhand einer App in die Datenbank der Europäischen Umweltagentur hochgeladen. Diese Methode lässt Vergleiche mit anderen europäischen Ländern zu und zeigt, dass die reiche und reinliche Schweiz als eine der grössten Abfallproduzentinnen Europas auch im Bereich Littering nicht besser dasteht als ihre Nachbarländer.

«Meh Dräck» als uns bewusst ist

Der Swiss Litter Report hat aufgezeigt, dass sich Monat für Monat beachtliche Abfallmengen neu an den schweizerischen Gewässerufern ansammeln, obwohl alle Abfallgegenstände monatlich komplett von den Erhebungsflächen entfernt wurden. Da Plastik nicht biologisch abbaubar ist und somit nicht einfach verschwindet, akkumuliert sich immer mehr von diesem Material sowie seiner inhärenten Chemikalien in der Umwelt.

STOPPP schreibt dazu: «Das Problem verschärft sich kontinuierlich und nur eine sofortige Verhinderung aller Einträge kann als Lösung betrachtet werden. Sind die Abfälle erst einmal im Gewässer, besteht eine grosse Chance, dass sie über die Flüsse bis ins Meer weitertransportiert werden. Auch wenn im weltweiten Vergleich diese Einträge aus der Schweiz einen kleinen Anteil ausmachen, sind wir für diesen verantwortlich und können hier etwas verändern. Schliesslich trägt die Schweiz als Wasserschloss Europas eine grosse Verantwortung für die Sauberkeit der Gewässer wie auch der Weltmeere.»

Übersicht häufigste Abfallkategorien über 12 Monate

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Übersicht häufigste Materialien über 12 Monate

Bildschirmfoto 2018-07-12 um 12.33.59

Den vollständigen Litter-Report und Fotos von den Einsätzen können Sie auf der Website von STOPPP anschauen.

4 Kommentare

  • Ana

    Hallo ich möchte gerne irgend wie den meeren und der natur helfen weiss aber nicht wie!könnt mir jemand helfen eine gute organisation zu finden ,die auch für teenager geignet sind?Danke schön im vohraus!

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  • Katharina

    Als Hundebesitzerin trage ich sowieso die Kacksäckli mit, da lassen sich auch Zigarettenstummel und andere Abfälle mit einsammeln, ohne klebrige oder stinkende Finger zu kriegen.

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  • Sonja Portenier

    Traurig, traurig aber jeder könnte ja was dagegen tun. Klar, die Unverbesserlichen spreche ich hier gar nicht an, die werden sich sowieso nicht auf diese Seite verirren. Aber alle Naturfreude, einfach bei jedem Aufenthalt in der Natur etwas Müll sammeln, mitnehmen und entsorgen.
    Für Raucher gibt es gute Gratis-Taschenaschenbecher, ich benutze die selber schon seid Jahren!

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