© Markus Krispler [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Der Schutz der Berner Gewässer kommt zu kurz

  • Kathrin Ruprecht
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Die Wasserstrategie des Kantons Bern wird überarbeitet. Darin festgehalten ist die Erhöhung der Wasserkraft um mindestens 300 GWh. In ihrer Stellungnahme betont die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva die Gefahr, welche von einem Minimal-Wert ausgeht. Denn dieser Wert signalisiert einen möglichst starken Ausbau der Wasserkraft. Aqua Viva fordert zwingend einen Maximalwert.

Der Kanton Bern hat mit der Überarbeitung der Wasserstrategie begonnen. Die Vision bleibt die Gleiche wie 2010: „Nutzen und Schutz mit gegenseitiger Akzeptanz“. Auch unverändert aus der Wasserstrategie 2010 übernommen wird das Ziel der Wassernutzung: Die Wasserkraft soll gefördert und die Produktion um mindestens 300 GWh erhöht werden, schreibt die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva. Hier setzt die Stellungnahme der Gewässerschutzorganisation Aqua Viva an. Denn durch dieses Minimal-Ziel wird dem Ausbau der Wasserkraft keine Grenze nach oben gesetzt. Indirekt wird damit ein möglichst starker Ausbau der Wasserkraft propagiert. „Das ist ein falsches Zeichen. Gerade zu Zeiten in denen die Kantone die Gewässer nach dem revidierten Gewässerschutzgesetz eigentlich aufwerten sollen.“ betont Benjamin Leimgruber, Projektleiter Gewässerschutz von Aqua Viva. Angestrebt werden muss ein Maximalwert, welcher die Umweltverträglichkeit der Wassernutzung garantiert.

Als untragbar erachtet Aqua Viva auch die Übernahme der geplanten Produktionssteigerung aus dem Jahr 2010. In den vergangenen fünf Jahren wurde im Kanton Bern die Wasserkraftnutzung durch Erneuerung und Umbauten bestehender Kraftwerke und Neubauten (teilweise noch im Bau) bereits erhöht. Dies ist in der Rechnung zu berücksichtigen – die zukünftige mögliche Jahresproduktion muss neu berechnet und um den Betrag des bereits getätigten Zubaus reduziert werden.

In der Wassernutzungsstrategie 2010 wird das mögliche Ausbaupotential der Wasserkraft für die Nutzungskategorien „realisierbar“ und „erschwert realisierbar mit Auflagen“ angegeben. Benjamin Leimgruber erklärt, dass im Sinne von Nutzen und Schutz diese Einteilung der Fliessgewässer unbedingt Beachtung finden muss: „Aus Sicht des Gewässerschutzes ist ein Ausbauziel über dem Potenzial der Nutzungskategorie „realisierbar“ und ohne Reduktion des bereits getätigten Zubaus – wie es jetzt vorgesehen ist – nicht umweltverträglich. Das Ausbauziel ist daher zu reduzieren und nach oben zu begrenzen.“

Aqua Viva fordert den Kanton Bern in der Stellungnahme daher auf den Ausbau der Wasserkraft auf einen Maximalwert zu beschränken der deutlich unter 300 GWh liegt.

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