Ein unbeliebter Nützling. | © Steve Adams [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Ein unbeliebter Nützling. | © Steve Adams [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Der Maulwurf: ein viel gejagter Nützling

  • Mélanie Guillebeau
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Maulwürfe sind zwar Pelzträger, werden aber nicht ihres Pelzes wegen gejagt. Für einmal sind es Hobby-Gärtner, die den vermeintlichen Plagegeistern an den Kragen gehen – zu Unrecht, wie sich zeigt.

Wenn sich im Frühling wieder die Erdhügel auf den Wiesen mehren, sind Maulwürfe nicht weit. Vielen Hobby-Gärtnern ist der putzige Buddler ein Dorn im Auge. Sie stören sich an den Hügeln, die oft der einzige Hinweis auf die Anwesenheit eines Maulwurfes sind. Gärtner und Landwirte bedienen sich deshalb verschiedenster Mittel, um die vermeintlichen Plagegeister zu vertreiben: Fallen oder Gift kommen zum Einsatz, Gänge werden überflutet oder die Schaufel als Waffe eingesetzt. Im letzten Jahr machte gar die Bündner Gemeinde Schluein Schlagzeilen, weil sie ein Kopfgeld auf die Wühler ausgesetzt hatte. Bei unseren deutschen Nachbarn ist das Töten von Säugetieren, und somit auch Maulwürfen, von Gesetzes wegen verboten. Uns ist es zwar untersagt, Tieren Schmerzen zuzufügen, der Maulwurf per se ist aber nicht geschützt und darf somit bekämpft werden.

Maulwürfe als biologische Schädlingsbekämpfer

Es ist also an der Zeit mit dem Vorurteil, des Maulwurfs als Schädling, aufzuräumen und seine Rolle als Nützling hervorzuheben. So ist die Präsenz der Insektenfresser ein Anzeichen für den guten Zustand des Bodens und einem reichhaltigen Angebot an Kleinstlebewesen. Denn wie der Name Insektenfresser schon verrät, stehen Regenwürmer, Raupen und auch Schädlinge wie Schnecken und Engerlinge auf dem Speiseplan. Regenwürmer sind natürlich wichtig für die Durchlüftung des Bodens und somit gern gesehen Gäste. Maulwürfe schaffen es aber nicht, die Anzahl vorkommender Regenwürmer merklich zu verringern.

Die Maulwurfshügel sind besonders bei Gärtnern und Landwirten unbeliebt. | © meineresterampe [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com
Die Maulwurfshügel sind besonders bei Gärtnern und Landwirten unbeliebt, können aber als Blumenerde verwertet werden. | © meineresterampe [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com

Die aufgeworfene Erde der Scherhaufen kann zudem im Garten verwertet werden. Aufgrund der lockeren Konsistenz eignet sie sich bestens für das Anlegen von Blumenbeeten. Somit sollten Gärtner den biologischen Schädlingsbekämpfer eigentlich mit offenen Armen empfangen.

Bekämpfung des Nützlings

Wer trotz allem nicht über die Erdhügel hinwegsehen kann, dem stehen Varianten zur Verfügung, um den Maulwurf in die Flucht zu schlagen, ohne anhaltenden Schaden anzurichten. Maulwürfe sind fast blind, haben aber einen ausgeprägten Hör- und Tastsinn, wodurch sie sensibel auf Gerüche und Geräusche reagieren. Dem kann man sich zunutze machen, wenn man den Maulwurf loswerden möchte.

Holzpfähle können in den Hügeln platziert werden. Nun kann man durch regelmässiges Anschlagen des Pfahls, die Maulwürfe fernhalten. Als olfaktorisches Abwehrmittel dienen Holunder, Knoblauch und Thuja vermengt in einer Brühe. In kleinen Dosen – die Maulwürfe sollen schliesslich vertrieben und nicht ertränkt werden – kann die Brühe in den Gängen platziert werden.

MaulwurfBeitrag
Der Geruch von Thuja, Knoblauch und Holunder schlägt den Maulwurf in die Flucht.

Yasmin Dannath, Vorsitzende des Nortorfer Naturschutzbundes, appelliert jedoch an die Geduld der Bekämpfer: „Generell gilt: Man braucht für alles Geduld. Und ob der Maulwurf abhaut, das bleibt die Frage“

Noch ein Grund mehr, die süssen Pelzträger nicht zu bekämpfen, sondern ihren vielfältigen Nutzen anzuerkennen und schätzen zu lernen.

Weitere Informationen zu den Wühlern in unseren Gärten finden Sie auf der Website des NABU.

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    Viel Spass!
  • Maulwurf
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2 Kommentare

  • H.R. Striebel

    Der Erdhügel eines Maulwurfs idt im Vergleich zum Hügel einer Wühlmaus relativ grobkörnig. Allerdings verschwindet dieser Unterschied wegen der Erosion durch Regen.

    Antworten
  • Hans

    Bravo für diesen Beitrag!Danke

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