Kraftwerk_Birsfelden

Kommt der Lachs wirklich in den Mixer?

  • Sophie Ryser
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Der Lachs, welcher seit fünfzig Jahren in der Schweiz ausgestorben ist, soll zurück in den Rhein. Kürzlich wurde beschlossen, dass dafür in Frankreich an mehreren Kraftwerken Fischtreppen und andere Umgehungsmöglichkeiten für die Fische gebaut werden, damit sie von der Nordsee bis nach Basel schwimmen können (wir berichteten).

In verschiedenen Medien wurde berichtet, dass die Fischtreppen nur in eine Richtung funktionieren: nämlich flussaufwärts. Dies kann für grosse Wanderfische wie Lachse oder Seeforellen somit zu einem Problem führen. Zum Laichen schwimmen Lachse aus dem Atlantik nämlich in Flüsse wie den Rhein und anschliessend wieder ins Meer. Anders als der pazifische Lachs stirbt der atlantische Lachs nicht nach dem Laichen. Er kann bis zu drei Mal in die Laichgebiete im Rhein zurückkehren. Und hier beginnt das Problem. Wenn der Lachs flussabwärts zurück Richtung Meer schwimmt, landet er in den Turbinen der Kraftwerke und wird zerhackt – behaupten zumindest die Medien.

Der WWF Schweiz weist in einer Stellungsnahme auf zwei wichtige Punkte hin. Erstens: Fast alle atlantischen Lachse, welche es bis in die Schweiz schaffen, sterben nach dem Laichen. Zurück ins Meer reisen also nur die jungen Lachse, und die sind bei Reiseantritt 12 bis 20 Zentimeter klein. Zweitens: Auf ihrem Weg müssen sie bisher tatsächlich durch die Turbinen der Rheinkraftwerke, aber diese sind sehr gross (sechs Meter Durchmesser) und drehen sich langsam (etwa einmal pro Sekunde). Mit anderen Worten: Da werden keine Fische gehäckselt, und lediglich 3 bis 5 Prozent der kleinen Lachse kommen zu Schaden. Selbstverständlich ist dies auch für die Naturschutzorganisation WWF noch zu viel, weshalb er sich dafür einsetzt, dass die Kraftwerke auch diese Aufgabe lösen.

Bis 2020 sollte der Rhein flussaufwärts für den Lachs frei werden. Doch lohnt sich das überhaupt, wenn die Fische anschliessend nicht mehr zurückkehren können? „Irgendwann muss man anfangen, sonst passiert nie etwas“, sagt Hans-Peter Jermann, kantonaler Fischereiaufseher im Tages-Anzeiger. Auch der WWF ist der Meinung, dass es wichtig ist, den Lachs zurück in die Schweiz zu bringen, um die Populationen wieder aufbauen zu können. Mit Unterstützung durch die Kraftwerke bleiben die Chancen allemal gut, dass sich der Lachs wieder in der Schweiz etablieren kann!

Weitere Informationen

Informationen des WWF

Bild: EnBW AG (EnBW-Archiv) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde nach Erscheinen mit zusätzlichen Informationen ergänzt.

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