Roi_du_Doubs

Der König der Fische stirbt…

  • Corinna von Kürthy
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Der Roi du Doubs ist weltweit einzigartig und kommt nur in der Schweiz und in Frankreich vor. Für die Fischerei hat der Roi du Doubs keine Bedeutung. Er ist aber ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Doubs und ein eindeutiger Indikator für den Gewässerzustand dieses Flusses.

Die Bestände dieser Fischart sind jedoch alarmierend klein, sodass der Roi du Doubs knapp vor dem Aussterben steht. Aus diesem Grund hat der Schweizerische Fischerei-Verband SFV den Roi du Doubs zum Fisch des Jahres 2013 gewählt.

„Es kann nicht sein, dass der König der Fische stirbt – und keiner merkt’s!“, so der SFV.

Der Roi du Doubs ist ein dramatisches Beispiel für die Bedrohung der Artenvielfalt und die Bedeutung gesunder Lebensräume im Wasser. Der Fischerei-Verband will nicht tatenlos zusehen, wie dieser Fisch ausstirbt – zumal klar ist, was zu tun wäre. In einer Bestandsaufnahme 2012 wurden nur noch 52 Exemplare gezählt! Die seit Jahren stattfindende Reduktion ist ein Drama, das von der Schweizer Öffentlichkeit und der Politik kaum wahrgenommen wird. Zu schaffen machen dem Fisch im Doubs auf schweizerischem und französischem Boden die unökologische Nutzung durch die Wasserkraft, die künstlichen Schwellen und die übermässigen Nährstoff-Einträge. 1999 wurde die Situation des Roi du Doubs als extrem kritisch beurteilt und ein Schutzkonzept des BAFU lanciert – aber es geschieht fast nichts! In den letzten Jahren hat sich die Situation zusätzlich verschlechtert, was diverse Fischsterben zeigen.

Der SFV fordert drei Jahre nach dem Jahr der Biodiversität Massnahmen, um den Roi du Doubs vor dem Aussterben zu bewahren. Er schlägt folgende Massnahmen vor, die dringend eingeleitet werden müssen:

  • Wasserschwankungen: Die täglich massiven künstlichen Wasserschwankungen (Schwall/Sunk) der Kraftwerke müssen reduziert werden, da diese für die Jungfische tödlich sind und die natürliche Fortpflanzung verunmöglichen.
  • Wehre und Schwellen: Viele künstliche Wanderhindernisse zerstückeln den Lebensraum und isolieren die verbleibenden Restbestände des Roi du Doubs. Die Fischgängigkeit muss mit der Sanierung der Schwellen, mit Fischtreppen oder  Fischpässen wiederhergestellt werden.
  • Wasserqualität: Hohe Nährstoffeinträge und Einträge von chemischen Rückständen aus Haushalten, Deponien und Landwirtschaft müssen konsequent vermieden werden.

 

Der Roi du Doubs ist auf der Roten Liste bedrohter Tierarten und durch die europäische „Berner Konvention“ geschützt. Der Ausschuss der „Berner Konvention“ mit Sitz in Strassburg hat die Schweiz und Frankreich wegen der Passivität gerügt, wie naturschutz.ch schon im Dezember berichtete. Seither stehen die beiden Länder unter internationaler Beobachtung.

Bild: Schweizerischer Fischereri -Verband SFV

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Schweizerischer Fischerei-Verband SFV

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