© gato-gato-gato [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Der Herbizidwirkstoff Glyphosat neu als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft

  • Kathrin Ruprecht
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Glyphosat, der Wirkstoff des bekannten Herbizides „Roundup“, ist vom IARC neu als wahrscheinlich krebserregend eingestuft worden. Monsanto will sich gegen den Entscheid wehren, Pro Natura hingegen fühlt sich bestätigt. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen wird nun die Situation neu einschätzen müssen.

Aufgrund von Studien aus den USA ist die Substanz Glyphosat von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO neu klassifiziert worden. Neu gilt die Substanz als „wahrscheinlich krebserregend“. Denn in den Studien sind Anzeichen  dafür gefunden worden, dass die Substanz krebserregend ist. Dabei wurden Menschen untersuchten, die Unkrautvernichtungsmittel mit Glyphosat ausgesetzt waren.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) nimmt die Einschätzung zur Kenntnis. Nach deren Analyse wird es entscheiden ob Handlungsbedarf besteht.

Glyphosat ist Bestandteil des Herbizides „Roundup“ das vom US-Agrarkonzern Monsanto vertrieben wird. Dieser wehrt sich gegen den Entscheid der IARC mit der Begründung, die verwendeten Studien seien schon von der Deutschen Regierung evaluiert worden, ohne dass ein Krebsrisiko gefunden worden sei.

Die Zulassung des Herbizides ist aber schon von Anfang an etwas unseriös. Im Jahr 1985 in den USA als wahrscheinlich krebserregend eingestuft, wurde es sechs Jahre später wieder als ungefährlich gemeldet. Laut Pro Natura hat sich die Zulassungsbehörde 2002, auf welche sich auf die Zulassung in der Schweiz abstützte, fast ausschliesslich auf Studien der Hersteller abgestützt.  Die Ergebnisse sind also ohne unabhängige Prüfung für richtig befunden worden. Zudem stützt sich die Zulassung auf die akzeptierbare tägliche Aufnahmedosis der Substanz, welche 10 mal höher liegt als in einer unabhängigen Studie berechnet.

Von den 800 Tonnen Herbiziden die in der Schweiz jährlich ausgebracht werden, ist der Grossteil davon, etwa 300 Tonnen, auf der Substanz Glyphosat basiert. Es tötet nicht-resistente Pflanzen indem es, wie alle Herbizide, die Stoffwechselprozesse der Pflanze blockiert.

Vom Feld gelangt es dann durch Auswaschungen in die Gewässer. Studien aus Nordamerika haben gezeigt, dass die Substanz für Amphibien giftig ist. Auch hemmt es die Stickstoffaufnahme der Pflanzen, worauf dann Kunstdünger eingesetzte werden müssen. Auch der Mensch bleibt nicht verschont. Untersuchungen von Pro Natura und Frieds of the Earth Europe vom Frühling 2013, haben Glyphosat im menschlichen Urin in ganz Europa nachgewiesen. Wie das Gift in den menschlichen Körper gelangt, ist noch unklar.

Aga - Trigon Film

2 Kommentare

  • Kurt

    @Thomas und Gleichgesinnte
    Wenn Sie mehr über die Machenschaften der multinationalen Konzerne wissen möchen, empfehle ich Ihnen das Buch „Die Machiavellis der Wissenschaft“ – Das Netzwerk des Leugnens
    Autor: Naomi Oreskes , Erik M. Conway
    Ein ganz realer Thriller: Wie skrupellose Lobbyisten seriöse Forscher diffamierten und gezielt Falschinformationen in lancierten Medienkampagnen global verbreiteten.
    Denn etwa in diesem Stil werden Monsanto und Co. versuchen, die Studie(n) als unseriös darzustellen.

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  • Thomas

    Was kann man als einfacher Bürger unternehmen, um diesen Konzernen das Handwerk zu legen. Offensichtlich ist da auch die Politik beteiligt, jedoch nicht von den negativen Auswirkungen betroffen.
    Studien können ja alles beweisen, es sollte jedoch jeder, der noch ein wenig gesunden Menschenverstand hat, auf diese Stoffe verzichten, wenn nur der geringste Zweifel auf eine Schädigung besteht. Niemand, der Kinder hat, würde seine Kinder dieser Gefahr aussetzen!!!

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