Streptomycin wird bei der Feuerbrandbekämpfung verwendet. | © Jeff Kubina, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Streptomycin wird bei der Feuerbrandbekämpfung verwendet. | © Jeff Kubina, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Der Einsatz von Streptomycin wird nicht zugelassen

  • Amanda Buol
  • 1

Im Kampf gegen den Feuerbrand darf kein Streptomycin eingesetzt werden. Damit will der Bund ein Zeichen für die pestizidfreie Landwirtschaft setzen.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BWL) hat entschieden Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Streptomycin dieses Jahr nicht zur Bekämpfung des Feuerbrands zuzulassen. In den letzten acht Jahren wurde Streptomycin jeweils befristet und mit Auflagen erlaubt. Währenddessen wurden zusätzliche Möglichkeiten des Umgangs mit der Feuerbrandkrankheit entwickelt. Dieses Jahr sind fünf Alternativen zu Streptomycin regulär zugelassen. Ausserdem wurden eine feuerbrand-robuste Tafelapfelsorte gezüchtet.

Die Gefahr des Streptomycin ist vor allem die mögliche Resistenzbildung, wie das bei allen Antibiotika der Fall ist. Mit der vom Bundesrat verabschiedeten Nationalen Strategie zur Eindämmung der Antibiotikaresistenzen (StAR) soll dieses Problem angegangen werden. Der Verzicht von Streptomycin könnte je nach dem eine Herausforderung für die Obstproduzenten und Kantone sein. Wären die Witterungsbedingungen für den Feuerbranderreger optimal, könnte das Schadensausmass gross werden, insbesondere dort, wo präventive Massnahmen nicht konsequent umgestzt wurden.

Diesen Entscheid wird von den Imkern begrüsst. Der Einsatz von Streptomycin sei nicht nachhaltig und gesundheitsgefährdend. Trotz Massnahmen sei der Honig in der Vergangenheit verunreinigt worden. Dadurch mussten 17 Tonnen Blütenhonig vernichtet werden.

Die Obstbauern dagegen bedauern diesen Entscheid. Sie finden, dass der Ausstieg zu früh sei, da genügend Erfahrungen mit alternativen Pflanzenschutzmittel fehlen. Ausserdem seien die feuerbrand-robuste Arten noch nicht marktreif. Die Obstbauern haben bereits die Jahre zuvor Streptomycin erst als letzte Alternative verwendet. Der Bund solle den Entscheid nochmals überdenken.

1 Kommentar

  • Rambousek Therese

    Für die Bauern ein schwieriges Problem, aber: Ohne Bienen keine Äpfel, Birnen, Zwetschgen und, und, und…! Zuerst sollte sichergestellt werden, dass Streptomycin unbedenklich ist für das Überleben der Bienen. Wenn es ihnen schadet, dann tut es dies in irgend einer Art und Weise auch für unsere Gesundheit.

    Antworten

Beitrag kommentieren