Nach einem Sommerregen pflegt man zu sagen, es rieche nach Sommer. Doch was ist es überhaupt, dass wir da riechen?  | © Sissapalooza Photography [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Nach einem Sommerregen pflegt man zu sagen, es rieche nach Sommer. Doch was ist es überhaupt, dass wir da riechen? | © Sissapalooza Photography [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Der Duft des Sommerregens – Wie entsteht er?

  • Mélanie Guillebeau
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Nach einem Sommerregen sind kurz gesagt Geosmin, Pflanzenausdünstungen und Steinstaub für den markanten Sommerduft – der in der Fachsprache übrigens Petrichor heisst – verantwortlich.

Jeder kennt den Geruch, der uns nach einem Sommerregen in die Nasen strömt: eine Mischung zwischen erdig und „steinig“; es duftet schlichtweg nach Sommer. Dieses einzigartige Duftphänomen hat sogar einen wissenschaftlichen Namen: Petrichor wird es in der Fachsprache genannt. Doch wie entsteht der Duft und warum vernehmen wir ihn nur an heissen, trockenen Sommertagen?

Geosmin für die erdige Note

Geosmin ist ein Stoff, der von mehrheitlich bodenbewohnenden Mikroorganismen bei Feuchtigkeit produziert wird. Bereits die erhöhte Luftfeuchtigkeit vor einem Sommerregen ist ausreichend, um die Geosmin-Produktion anzukurbeln. Doch erst der darauffolgende Regen vermag den Geosmin-Geruch aus dem Boden zu lösen: Er verleiht dem Sommerregen-Parfum seine erdige Note. Vielleicht ist Ihnen dieser modrig-erdige Duft bereits von Roter Bete – oder gut schweizerisch Randen – bekannt: Auch diese Knolle besitzt Geosmin und daher den typischen erdigen Geschmack.

Pflanzenausdünstungen und Mineralien runden den Duft ab

Pflanzen scheiden während langer Trockenperioden spezifische ätherische Öle aus, die sich auf der Pflanzenoberfläche ansammeln. Zu guter Letzt ist Mineralienstaub von Steinen für den Sommerduft mitverantwortlich.

Regentropfen setzen das Parfum frei

Wie bereits angetönt, kann erst der aufkommende Regen die verschiedenen Geruchselemente aus dem Boden in unsere Nasen treiben. Wenn nämlich die Regentropfen auf den trockenen, porösen Untergrund aufprallen, werden kleine Luftbläschen gebildet, die mit den Aromateilchen vollgepackt sind. Die Luftbläschen wandern durch den Regentropfen und entlassen, am oberen Ende angekommen, das Sommerregen-Parfum in die Umgebung. Zieht jedoch ein heftiger Regenschauer auf, bei welchem die Tropfen mit grosser Geschwindigkeit auftreffen, werden weniger Luftbläschen geformt und daher fällt das Parfum dezenter aus.

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