SES_Umweltbelastung_2013

Der dreckigste Strommix der Schweiz

  • Eliane Küpfer
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Bereits zum zweiten Mal hat die Schweizerische Energie-Stiftung SES untersucht, welcher der grossen Schweizer Energieversorger im Jahr 2012 den dreckigsten Strom produziert. Berechnet wurden die Menge der produzierten radioaktiven Abfälle sowie die Klima- und Umweltbelastung pro Kilowattstunde durch die Stromproduktion von Alpiq, Axpo, BKW und Repower.

Dabei zeigte sich, dass die Axpo im zweiten Jahr in Folge „Spitzenreiter“ ist. Allerdings liegen BKW und Alpiq nicht weit entfernt. Repower schneidet wie im Vorjahr etwas besser ab als die Konkurrenz. Die Umweltbelastungspunkte messen die Umweltbelastung von der Gewinnung der Rohstoffe bis hin zur Entsorgung der Abfälle.

Axpo und BKW produzieren am meisten Atommüll pro Kilowattstunde. 60.2 Prozent des gesamten Stroms der Axpo und 53.36 Prozent der Stromproduktion der BKW wurden in Atomkraftwerken hergestellt. Damit produziert die Axpo pro kWh Strom rund 33 mm3 radioaktiven Abfall. Dieser muss für hunderttausende von Jahren von der Biosphäre abgeschirmt werden.

Hingegen ist Alpiq Spitzenreiter, was den Ausstoss des klimatreibenden CO2 betrifft. Alpiq ist der einzige Schweizer Stromproduzent, der nach wie vor auf die klimaschädliche Stromproduktion aus Kohle setzt. Ausserdem hat die Stromproduktion aus Gas mit einem Anteil von 31.76 Prozent eine grosse Bedeutung. Nur Repower hat einen noch höheren Anteil (36 Prozent) Gasstrom in ihrem Strommix, weshalb sie am zweitmeisten CO2 pro produzierter kWh ausstösst.

Und wo bleibt der Öko-Strom
Bei allen der vier grossen Schweizer Stromproduzenten ist keine Energiewende in Sicht. Auch wenn Axpo laut Firmenseite auf „Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit und Innovation“ setzt, muss der erneuerbare Strom in den Nachkomastellen gesucht werden: Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil neuer erneuerbarer Energien von gerademal 0.36 Prozent auf 0.76 Prozent. Am meisten erneuerbare Energie produzieren die BKW, doch mit einem Anteil von 5.59 Prozent (Vorjahr 3.78 Prozent, bewegt sich jedoch ebenfalls nach wie vor auf erschreckend niedrigem Niveau.

Die SES fordert die grossen Schweizer Stromunternehmen und ihre staatlichen Besitzer auf, die Energiewende in der Schweiz ernsthaft mitzugestalten. Statt Investitionen in marode Uralt-AKW, in fossile Kraftwerke und Gasleitungen im Ausland sowie unnötige Investitionen in die Stromhandelsinfrastruktur erwartet die SES Investitionen in einheimische erneuerbare Stromproduktion. Nur das schafft Versorgungssicherheit und Wertschöpfung im eigenen Land.

Grafik © Schweizerische Energie-Stiftung SES

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1 Kommentar

  • Raoul Knittel

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